Naturwein richtig genießen: Temperatur, Karaffe & Mauston

Naturwein richtig genießen: Temperatur, Karaffe & Mauston

Naturweine folgen eigenen Regeln, und wer sie wie einen konventionellen Wein behandelt, wird mitunter enttäuscht. Mit einigen praktischen Hinweisen lassen sich diese lebendigen Weine jedoch deutlich besser genießen, und typische Enttäuschungen vermeiden. Ein kleiner Leitfaden hilft beim richtigen Umgang.

Ein häufiger Fehler ist die falsche Temperatur. Viele Naturweine, gerade die leichteren Rotweine und Orange Wines, schmecken deutlich besser, wenn sie kühler serviert werden als üblich, oft bei Kellertemperatur. Zu warm getrunken wirken sie schnell breit und hefig. Weil viele Naturweine unfiltriert sind, setzen sie zudem eine natürliche Trübung und einen Bodensatz ab. Ein behutsames Karaffieren kann helfen, den Wein vom Depot zu trennen und ihm etwas Luft zu geben, was besonders bei anfangs verschlossenen oder leicht reduktiv riechenden Weinen Wunder wirkt. Manche unangenehme Note verfliegt nach kurzer Zeit an der Luft.

Ein besonderes Phänomen ist der sogenannte Mauston, im Fachjargon Mousy Taint. Dabei handelt es sich um einen Fehlton, der an alte Popcorntüte oder einen Nagerkäfig erinnert und vor allem im Nachgeschmack auftritt. Er entsteht durch bestimmte Bakterien und findet sich fast ausschließlich in ungeschwefelten Weinen. Ein leichter Mauston kann verfliegen, ein starker macht den Wein ungenießbar. Wer diese Eigenheiten kennt, begegnet Naturweinen entspannter und entdeckt hinter ihrer manchmal wilden Art die Vielfalt, die sie so besonders macht.

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