Kopfschmerzen: liegt es am Schwefel?
Kaum ein Mythos hält sich so hartnäckig wie die Vorstellung, der Schwefel im Wein sei schuld an Kopfschmerzen nach dem Genuss. Tatsächlich ist der Zusammenhang weit weniger eindeutig, und in den allermeisten Fällen ist Schwefel nicht der Auslöser. Ein Blick auf die Fakten hilft, den Mythos einzuordnen.
Schwefel, genauer schweflige Säure, wird seit Jahrhunderten eingesetzt, um Wein vor Oxidation und unerwünschten Bakterien zu schützen. Er steckt in nahezu jedem Wein, auch in Naturwein entsteht er in geringen Mengen von selbst. Die zugesetzten Mengen sind gesetzlich streng begrenzt und liegen niedriger als in vielen Lebensmitteln wie Trockenfrüchten. Eine echte Schwefelunverträglichkeit ist selten und äußert sich eher durch Atembeschwerden als durch Kopfschmerzen. Weißweine enthalten übrigens tendenziell mehr Schwefel als Rotweine, obwohl Kopfschmerzen häufiger dem Rotwein zugeschrieben werden, was gegen den Schwefel als Hauptursache spricht.
Wahrscheinlichere Ursachen für den berüchtigten Kopfschmerz sind der Alkohol selbst, der dem Körper Wasser entzieht, sowie andere Inhaltsstoffe wie Histamine und Tannine, auf die manche Menschen empfindlich reagieren. Auch die schlichte Menge spielt eine große Rolle. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, trinkt in Maßen, dazu ausreichend Wasser, und achtet darauf, wie der eigene Körper auf verschiedene Weine reagiert. Der Schwefel allein trägt jedenfalls selten die alleinige Schuld.
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