Rheingau Jahrgänge

Rheingau, Deutschland

Der Rheingau ist eine der klassischen Rieslingregionen Deutschlands. Am Südhang zwischen Wiesbaden und Lorch entstehen trockene Rieslinge von großer Langlebigkeit, edelsüße Spezialitäten bis zur Trockenbeerenauslese und rund um Assmannshausen Spätburgunder. Wie gut ein Jahr ausfällt, hängt vor allem von Reife, Säure und dem Verlauf des Herbstes ab.

Hier findest du alle Jahrgänge von 1945 bis 2025 mit Qualitätsstufe und einer kurzen Einordnung, getrennt nach Weinart. Mehr über die Region liest du im Porträt Rheingau. Wie die Bewertungen entstehen, steht unter Über uns.

Weißwein Edelsüß Rotwein

Rheingau Weißwein (vor allem Riesling)

Herausragende Jahrgänge seit 1980: 1990, 2001, 2005, 2009, 2015, 2019, 2025.

JahrgangQualitätKurz gesagt
2025ExzellentFrüheste Rieslinglese seit Beginn der Aufzeichnungen (1955). Überdurchschnittlich viel Sonne und Wärme vor dem Regen brachten vollreife, mineralische Rieslinge mit feiner Säure.
2024SolideSpätfrost im April und hoher Krankheitsdruck. Eine kleine, ungleichmäßige Ernte.
2023GutEin warmer, feuchter Herbst mit Botrytis. Selektion war entscheidend.
2022Sehr gutGroße Trockenheit, aber gesunde Trauben. Reife, dichte Weine mit guter Säure.
2021Sehr gutEin kühles, klassisches Jahr nach mehreren heißen. Schlanke, säurebetonte Weine mit niedrigem Alkohol.
2020Sehr gutEin früher, trockener Jahrgang mit reifen, harmonischen Weinen.
2019ExzellentHitzewellen im Sommer, kühler September. Reife Frucht und schneidige Frische in seltener Kombination.
2018Sehr gutRekordhitze und Rekordernte. Reife, üppige Weine mit hohem Alkohol, Fülle statt Spannung.
2017Sehr gutDer Aprilfrost reduzierte die Ernte deutlich. Die verbliebenen Trauben lieferten konzentrierte Weine.
2016GutNasses Frühjahr mit hohem Mehltaudruck, dann ein trockener Herbst. Solide Qualität nach viel Arbeit.
2015ExzellentTrockener, heißer Sommer, rechtzeitiger Regen, perfekter Herbst. Reife, konzentrierte Weine mit vibrierender Säure.
2014SolideEin nasser Herbst und erstmals massiver Befall durch die Kirschessigfliege. Viel Selektion nötig.
2013GutSpäte Blüte, schwierige Lese. Wer selektierte, machte feine Weine.
2012GutVerrieselung, kleine Erträge. Solide Weine ohne besondere Spannung.
2011Sehr gutFrüher, warmer Jahrgang mit reifer Frucht. Zugänglich und harmonisch.
2010Sehr gutExtreme Säurewerte nach kaltem Sommer und kleiner Ernte. Kompromisslos und langlebig.
2009ExzellentEin warmer, trockener Herbst. Reife, dichte Weine mit erhaltener Säure, Kraft und Eleganz zugleich.
2008Sehr gutEin kühler, klassischer Jahrgang mit schneidiger Säure. Sperrig in der Jugend, mit Reife hervorragend.
2007Sehr gutSehr frühe Blüte, langer milder Herbst. Reife, aromatische Weine mit Struktur.
2006GutRegen und Fäulnisdruck im Oktober. Heterogen, aber mit guten Einzelleistungen.
2005ExzellentEin Jahrgang ohne Schwächen: reife Frucht, lebendige Säure, gesunde Trauben über alle Lagen.
2004Sehr gutRückkehr zur Klassik nach dem Hitzejahr. Frisch, präzise, langlebig.
2003Sehr gutDie Jahrhunderthitze brachte gewaltige Mostgewichte bei niedriger Säure. Üppig und atypisch, die Grundlage für starke trockene Weine.
2002Sehr gutKlassisch und straff. Feine, mineralische Weine.
2001ExzellentEin goldener Oktober brachte perfekte Reife bei kristalliner Säure. Ein Referenzjahrgang der modernen Zeit.
2000SchwachDauerregen im September, massive Fäulnis. Nur radikale Selektion rettete etwas.
Ältere Jahrgänge 1945 bis 1999 anzeigen
JahrgangQualitätKurz gesagt
1999GutGroße Ernte, weiche Weine mit moderater Säure.
1998GutRegen zur Lese, dafür gute Botrytis bei den Spätlesen.
1997Sehr gutEin warmer, gesunder Jahrgang mit reifen, harmonischen Weinen.
1996Sehr gutSehr hohe Säure. In der Jugend schroff, mit Reife von großer Klarheit.
1995GutEin wechselhaftes Jahr. Wer spät las, machte gute Weine.
1994GutRegen zur Lese, aber späte Botrytis rettete die edelsüßen Weine.
1993Sehr gutEin kurzer, warmer Herbst mit starker Botrytis. Ausgezeichnete Auslesen.
1992GutGroße Ernte, reife Trauben, aber wenig Konzentration.
1991GutNach Frostschäden ein kleiner Jahrgang in ordentlicher Qualität.
1990ExzellentKleiner Ertrag, hohe Konzentration, perfekte Säure. Der beste Rheingau-Jahrgang seit 1971.
1989Sehr gutFrüher, warmer Herbst mit reichlich Botrytis. Ein starkes Jahr für edelsüße Weine.
1988Sehr gutAusgewogen und klassisch strukturiert. Fein und langlebig.
1987SolideKühl und spät. Schlanke, säurebetonte Weine.
1986GutRegen zur Lese, aber gesunde Grundqualität.
1985Sehr gutEin sonniger Herbst nach durchwachsenem Sommer. Feine, klassische Weine.
1984SchwachKalt und nass. Unreif und sauer.
1983Sehr gutEin warmer, gesunder Jahrgang mit reifen Trauben. Der beste der Achtziger bis dahin.
1982SolideRekordernte, verdünnt. Massenweine ohne Charakter.
1981GutSolide Grundqualität, wenig Spitzen.
1980SchwachVerregnet und unreif. Einer der schwächsten Jahrgänge der Nachkriegszeit.
1979GutNach hartem Winterfrost eine kleine, ordentliche Ernte.
1978SolideEin später Jahrgang mit knapper Reife.
1977SchwachKalt, spät, unreif.
1976ExzellentJahrhundertdürre und Rekordhitze. Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen in seltener Menge, die Säure blieb allerdings niedrig.
1975Sehr gutEin warmer Herbst mit guter Botrytis. Ausgezeichnete Auslesen.
1974SchwachRegen und Fäulnis zur Lese.
1973SolideGroße Menge, wenig Substanz.
1972SchwachKalt und unreif. Hohe Säure ohne Frucht.
1971ExzellentDer Referenzjahrgang der deutschen Nachkriegszeit. Ein goldener Herbst nach warmem Sommer, Spätlesen und Auslesen von unerreichter Balance.
1970SolideRekordernte, entsprechend dünn.
1969Sehr gutEin sonniger Herbst brachte gute Mostgewichte und feine Säure.
1968SchwachKalt und verregnet. Nichts zu retten.
1967GutBotrytis rettete die Auslesen, die trockenen Weine blieben schlicht.
1966Sehr gutGesunde Trauben, gute Säurestruktur. Langsam und gut gereift.
1965SchwachVerregnet und unreif.
1964Sehr gutWarmer, trockener Sommer. Reife, harmonische Weine.
1963SolideKühl und nass. Schlanke Weine ohne Tiefe.
1962GutKlassisch und säurebetont, mit Reife erfreulich.
1961GutAnders als in Frankreich im Rheingau nur ein solides Jahr.
1960SchwachDauerregen und Fäulnis.
1959ExzellentExtreme Hitze und Trockenheit. Ein Edelsüß-Jahrgang von historischem Rang, die Beerenauslesen sind bis heute Legende.
1958SolideGroße Menge ohne Substanz.
1957GutKleine Ernte nach Frostschäden, aber ordentliche Reife.
1956SchwachDer Jahrhundertfrost im Februar traf die Rebflächen schwer.
1955GutSolide Grundqualität ohne Höhepunkte.
1954SchwachKühl, feucht, unreif.
1953ExzellentEin Jahrhundertjahrgang. Perfekte Reife bei erhaltener Säure, die großen Auslesen zählen zum Besten, was der Rheingau hervorgebracht hat.
1952Sehr gutGute Mostgewichte, gesunde Trauben. Verlässlich und lagerfähig.
1951SchwachKalt und nass. Ein Ausfalljahr.
1950SolideGroße Menge, schwache Konzentration.
1949ExzellentWarm, gesund, vollreif. Einer der größten Rieslingjahrgänge des Jahrhunderts.
1948Sehr gutEin klassischer, säurebetonter Jahrgang, der lange gut gereift ist.
1947ExzellentHitze und Trockenheit brachten Mostgewichte in ungeahnter Höhe. Die Auslesen von Johannisberg und Steinberg wurden legendär.
1946SchwachVernachlässigte Weinberge, unreife Trauben, dünne Weine.
1945Sehr gutEin Kriegsjahr mit winzigen Erträgen. Die wenigen erhaltenen Flaschen überraschen bis heute.

Rheingau Edelsüß (Auslese bis Trockenbeerenauslese)

Herausragende Jahrgänge seit 1980: 1989, 1993, 2001, 2005.

JahrgangQualitätKurz gesagt
2025Sehr gutDie spätreifen Rheingau-Lagen ermöglichten edelsüße Rieslinge, wenn auch selektiver als in großen Botrytis-Jahren.
2024SolideSpätfrost, Regen, Peronospora. Ein zermürbendes Jahr, in dem edelsüße Weine kaum eine Rolle spielten.
2023Sehr gutEin warmer, feuchter Herbst mit Botrytis. Während bei den trockenen Weinen die Selektion über alles entschied, war dies für die Auslesen ein gutes Jahr.
2022GutHitze und Trockenheit. Reife Trauben, aber der Herbst war zu trocken für Botrytis.
2021SolideEin kühles, klassisches Jahr, genau die Bedingungen, unter denen keine Edelfäule entsteht.
2020GutFrüh und trocken. Für Edelsüßes fehlte die Herbstfeuchte.
2019Sehr gutEin warmes Jahr mit gutem Herbst. Sehr gute Auslesen, ohne die Dichte der ganz großen Jahrgänge.
2018GutDer heiße, trockene Sommer brachte reife Trauben, aber kaum Edelfäule. Süße Weine ja, große Auslesen nein.
2017Sehr gutSpätfrost dezimierte den Ertrag, aber der Herbst brachte saubere Botrytis. Konzentrierte edelsüße Weine in kleiner Menge.
2016GutEin schwieriges Frühjahr, ein gerettetes Ende. Ordentliche Auslesen aus einem Jahr, das lange nach Katastrophe aussah.
2015GutFür die trockenen Weine ein Ausnahmejahrgang, für die edelsüßen nicht: Der heiße, trockene Herbst ließ kaum Edelfäule zu.
2014SolideRegen und die Kirschessigfliege brachten Essigfäule statt Edelfäule. Nur kompromisslose Selektion rettete etwas.
2013Sehr gutEin nasser, später Herbst, schwierig für die trockenen Weine, ergiebig für die Botrytis. Die Auslesen sind der eigentliche Ertrag dieses Jahrgangs.
2012GutKleiner Ertrag nach schwieriger Blüte. Solide, ohne Höhepunkte im edelsüßen Bereich.
2011Sehr gutFrüher Austrieb, warmer Herbst, saubere Botrytis. Ein verlässliches Auslese-Jahr.
2010GutHohe Säure, winziger Ertrag. Die wenigen edelsüßen Weine sind eigenwillig.
2009Sehr gutReife Trauben, gesunder Herbst. Sehr gute Auslesen, aber die Edelfäule blieb hinter den großen Jahren zurück.
2008GutEin kühles, säurebetontes Jahr. Für Edelsüßes fehlten Wärme und Feuchte im Herbst.
2007GutEin früher, langer Vegetationszyklus. Gute Reife, aber nur punktuelle Botrytis.
2006Sehr gutRegen im September zwang zur harten Selektion, für die trockenen Weine ein Problem, für die edelsüßen ein Geschenk.
2005ExzellentEin Jahrgang ohne Schwächen: reife Frucht, lebendige Säure, gesunde Botrytis. Von Kabinett bis Trockenbeerenauslese durchgehend stark.
2004GutNach dem Hitzejahr eine Rückkehr zur Normalität. Ordentliche Auslesen, wenig Spektakuläres.
2003GutDie Jahrhunderthitze war die Grundlage für starke trockene Weine, für die edelsüßen war der Herbst zu trocken.
2002Sehr gutEin später, milder Herbst mit guter Botrytis in den Rheinlagen. Klare, feine Auslesen.
2001ExzellentEin goldener Oktober brachte perfekte Reife bei erhaltener Säure. Auslesen von seltener Balance.
2000SchwachDauerregen im September brachte Graufäule statt Edelfäule. Ein verlorenes Jahr.
Ältere Jahrgänge 1945 bis 1999 anzeigen
JahrgangQualitätKurz gesagt
1999GutWarmer Herbst mit ordentlicher Botrytis. Solide Auslesen ohne Ausnahmecharakter.
1998Sehr gutRegen zur Lese, dafür gute Botrytis bei den Spätlesen. Die edelsüßen Weine sind besser als die trockenen dieses Jahrgangs.
1997GutWarmer Sommer, trockener Herbst. Reife Trauben, aber wenig Edelfäule.
1996GutEin kühles, säurebetontes Jahr, gut für Kabinett, weniger für Edelsüßes. Die Botrytis blieb spärlich.
1995Sehr gutEin schwieriger Herbst mit später, sauberer Edelfäule. Die Auslesen übertreffen die trockenen Weine deutlich.
1994Sehr gutRegen zur Lese verdarb viel, aber eine späte Botrytiswelle rettete die edelsüßen Weine.
1993ExzellentEin kurzer, warmer Herbst mit starker Botrytis. Ausgezeichnete Auslesen, ein unterschätzter Edelsüß-Jahrgang.
1992GutWarmer Sommer, große Menge. Botrytis kam spät und ungleichmäßig.
1991SolideFrostschäden im Frühjahr, kühler Herbst. Wenig Edelsüßes.
1990Sehr gutFür die trockenen Weine ein Jahrhundertjahrgang, für die edelsüßen nur sehr gut: Der trockene Herbst brachte kaum Edelfäule.
1989ExzellentFrüher, warmer Herbst mit reichlich Botrytis. Ein starkes Jahr für edelsüße Weine, Beerenauslesen in ungewöhnlicher Menge.
1988Sehr gutEin warmer Herbst mit sauberer Botrytis. Ausgezeichnete Auslesen, im Schatten von 1989 und 1990 zu Unrecht übersehen.
1987SchwachRegen zur Lese, unreife Trauben. Edelfäule blieb aus.
1986GutEin feuchter Herbst mit gemischter Fäule. Sorgfältige Leser fanden gute Botrytistrauben in Rheinnähe.
1985GutNach dem harten Winterfrost ein kleiner, gesunder Herbst. Feine Auslesen in kleiner Menge.
1984SchwachKalt und spät. Viele Trauben wurden nicht reif.
1983Sehr gutEin warmer, gesunder Jahrgang mit reifen Trauben und guten Auslesen. Der beste der Achtziger bis dahin.
1982SolideRekordernte, verdünnte Moste. Wer selektierte, bekam brauchbare Auslesen, die meisten taten es nicht.
1981SolideSolide trockene Weine, aber zu trockener Herbst für nennenswerte Botrytis.
1980SchwachVerrieselung im Frühjahr, Regen im Herbst. Ein Jahr ohne edelsüße Ambition.
1979GutNach Winterfrost ein kleiner Ertrag. Ordentliche Auslesen aus den besten Lagen.
1978SchwachEin später, kalter Jahrgang. Die Lese zog sich hin, ohne dass Edelfäule entstand.
1977SchwachNass und kühl. Kein Material für Edelsüßes.
1976ExzellentJahrhundertdürre und Rekordhitze. Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen in seltener Menge.
1975ExzellentEin warmer Herbst mit idealer Botrytis. Ausgezeichnete Auslesen und Beerenauslesen, der beste Edelsüß-Jahrgang der Siebziger neben 1976.
1974SchwachVerregneter Herbst mit Graufäule.
1973SolideGroße Menge, magere Substanz. Kaum edelsüße Weine erzeugt.
1972SchwachKühl und spät. Zu wenig Reife für Edelsüßes.
1971ExzellentDer Referenzjahrgang der Nachkriegszeit. Ein goldener Herbst brachte Spätlesen und Auslesen von unerreichter Balance.
1970SolideRekordernte, verdünnte Moste. Auslesen blieben die Ausnahme.
1969GutEin sonniger Herbst brachte gute Mostgewichte, aber für Edelfäule war es zu trocken.
1968SchwachNasskalt von der Blüte bis zur Lese. Nichts zu holen.
1967Sehr gutEin Jahr, das trocken und edelsüß trennt: Während die trockenen Weine schlicht blieben, rettete die Botrytis die Auslesen.
1966GutOrdentlicher Herbst, punktuelle Botrytis in Rheinnähe. Gute, keine großen Auslesen.
1965SchwachDauerregen und Kälte. Die Trauben faulten, ohne edel zu werden.
1964GutEin warmes, trockenes Jahr, stark bei den trockenen Weinen, aber der Herbst war zu trocken für viel Edelfäule.
1963SchwachRegen zur Lese, aber die falsche Fäule.
1962SolideKühler, später Herbst. Die Botrytis kam nicht in Gang.
1961GutKleiner Ertrag, konzentrierte Trauben. Ordentliche Auslesen in den Rheinlagen.
1960SchwachRiesige Erntemenge, dünne Moste. Edelsüßes spielte keine Rolle.
1959ExzellentEin Edelsüß-Jahrgang von historischem Rang. Extreme Hitze und Trockenheit, die Beerenauslesen sind bis heute Legende.
1958SolideFeucht, aber die Fäule war grau. Wenig Verwertbares.
1957SolideKleiner Ertrag nach Frühjahrsfrost, mäßige Reife.
1956SchwachDer Jahrhundertfrost im Februar traf den Rheingau hart. Was blieb, reichte nicht für Spitzen.
1955SolideSolide Grundqualität, aber kaum Edelfäule. Auslesen blieben Ausnahme.
1954SchwachKalt und nass. Die Trauben wurden nicht reif.
1953ExzellentPerfekte Reife bei erhaltener Säure. Die großen Auslesen zählen zum Besten, was der Rheingau hervorgebracht hat.
1952GutGute Mostgewichte und gesunde Trauben, aber ein zu trockener Herbst für große Botrytis.
1951SchwachNasskalt. Statt Edelfäule kam die Graufäule.
1950SolideGroße Menge, wenig Konzentration. Für Auslesen fehlte die Substanz.
1949ExzellentLanger, warmer Herbst mit reichlicher Edelfäule in den Rheinlagen. Beerenauslesen von großer Reife.
1948GutEin säurebetontes Jahr mit ordentlichen Auslesen, aber ohne die Wucht des Vorjahres.
1947ExzellentHitze und Trockenheit trieben die Mostgewichte in ungeahnte Höhe. Die Auslesen von Johannisberg und Steinberg wurden legendär.
1946SchwachZerstörte Betriebe, fehlende Arbeitskräfte. An Selektion für Auslesen war nicht zu denken.
1945Sehr gutWinzige Ernte im letzten Kriegsjahr. Die wenigen Auslesen, die die Güter retten konnten, sind heute Museumsstücke.

Rheingau Rotwein (Spätburgunder)

Herausragende Jahrgänge seit 1980: 2003, 2005, 2009, 2015, 2018.

JahrgangQualitätKurz gesagt
2025Sehr gutDer Spätburgunder profitierte von Wärme und Vollreife, strukturierte, aromatische Rotweine mit Reifepotenzial.
2024SolideSpätfrost im April und hoher Krankheitsdruck. Eine kleine, ungleichmäßige Ernte.
2023GutWarmer, feuchter Herbst mit Fäulnisdruck. Selektion entschied über die Qualität.
2022Sehr gutGroße Trockenheit, aber gesunde Trauben. Reife, dichte Spätburgunder.
2021SolideEin kühles, nasses Jahr mit hohem Krankheitsdruck, klassisch für den Riesling, zu wenig Reife für den Spätburgunder.
2020Sehr gutFrüh und trocken. Reife, harmonische Spätburgunder mit guter Struktur.
2019Sehr gutHitzewellen im Sommer, kühler September. Reife Frucht bei erhaltener Frische.
2018ExzellentRekordhitze und Rekordernte. Während der Riesling in Fülle statt Spannung geriet, erreichte der Spätburgunder volle Reife: dichte, samtige Weine.
2017Sehr gutSpätfrost reduzierte den Ertrag. Die verbliebenen Trauben lieferten konzentrierte Spätburgunder.
2016GutNasses Frühjahr mit hohem Mehltaudruck, dann ein trockener Herbst. Solide nach viel Arbeit.
2015ExzellentTrockener, heißer Sommer und ein perfekter Herbst. Dichte, konzentrierte Spätburgunder mit reifen Tanninen.
2014SolideNasser Herbst und Kirschessigfliege. Nur rigorose Selektion brachte brauchbare Weine.
2013SolideSpäte Blüte, kühler Sommer, schwierige Lese. Dem Spätburgunder fehlte die Reife.
2012GutVerrieselung und kleine Erträge. Solide Weine ohne besondere Tiefe.
2011Sehr gutFrüher, warmer Jahrgang mit reifer Frucht. Zugängliche, harmonische Spätburgunder.
2010SolideExtreme Säurewerte nach kaltem Sommer, für den Riesling kompromisslos und groß, für den Spätburgunder schlicht zu wenig Reife.
2009ExzellentEin warmer, trockener Herbst. Dichte, samtige Spätburgunder von großer Klasse.
2008SolideEin kühles, säurebetontes Jahr. Dem Spätburgunder fehlte die Reife, die Tannine blieben streng.
2007Sehr gutSehr frühe Blüte, langer milder Herbst. Reife, aromatische Spätburgunder.
2006GutRegen und Fäulnisdruck im Oktober. Heterogen, mit guten Einzelleistungen.
2005ExzellentReife Frucht, gesunde Trauben, lebendige Säure. Ein herausragendes Jahr über alle Farben.
2004Sehr gutRückkehr zur Klassik. Frische, fein strukturierte Spätburgunder.
2003ExzellentDie Jahrhunderthitze war für Assmannshausen ein Segen: vollreife, dichte Spätburgunder mit samtigem Tannin.
2002GutKlassisch und straff, für vollreifen Spätburgunder blieb es etwas zu kühl.
2001Sehr gutEin goldener Oktober brachte reife, präzise Spätburgunder.
2000SchwachDauerregen im September und massive Fäulnis. Ein verlorenes Jahr über alle Farben.
Ältere Jahrgänge 1995 bis 1999 anzeigen
JahrgangQualitätKurz gesagt
1999GutGroße Ernte, weiche Weine ohne große Struktur.
1998GutRegen zur Lese. Ordentliche Qualität nach Selektion.
1997Sehr gutWarm und gesund. Vollreife Spätburgunder mit weichem Tannin.
1996SolideSehr hohe Säure und knappe Reife, was den Riesling groß machte, ließ den Spätburgunder schroff und grün wirken.
1995GutEin wechselhafter Herbst. Die späte Lese brachte ordentliche Reife im Höllenberg.

So liest du die Tabelle

Die Qualitätsstufen reichen von Schwach über Solide, Gut und Sehr gut bis Exzellent. Sie beschreiben den Jahrgang als Ganzes in der Region. Einzelne Erzeuger und Lagen können deutlich darüber oder darunter liegen, und auch die Lagerung entscheidet mit. Die Bewertungen sind eine Orientierung, keine Garantie.

Welche Rheingau-Flasche ist jetzt trinkreif? Bits & Bottle zeigt dir zu jedem Jahrgang das Trinkfenster mit Höhepunkt, die besseren Jahrgänge desselben Weins und erkennt deinen Wein per Etikett oder Sprache.

Stand: Oktober 2026. Hinweise auf Fehler gern an hallo@bitsandbottle.com.