Bordeaux ist die bekannteste Rotweinregion der Welt. Links der Gironde prägt Cabernet Sauvignon die Weine aus dem Médoc und den Graves, rechts der Gironde Merlot in Saint-Émilion und Pomerol. Weil das atlantische Klima von Jahr zu Jahr stark schwankt, unterscheiden sich die Jahrgänge deutlich. Ein großer Bordeaux-Jahrgang kann Jahrzehnte reifen, ein schwacher sollte früh getrunken werden.
Hier findest du alle Jahrgänge von 1945 bis 2025 mit Qualitätsstufe und einer kurzen Einordnung, getrennt nach Weinart. Mehr über die Region liest du im Porträt Bordeaux. Wie die Bewertungen entstehen, steht unter Über uns.
Bordeaux Rotwein
Herausragende Jahrgänge seit 1980: 1982, 1989, 1990, 2000, 2005, 2009, 2010, 2015, 2016, 2018, 2019, 2020, 2022.
| Jahrgang | Qualität | Kurz gesagt |
|---|---|---|
| 2025 | Sehr gut | Paradoxer Jahrgang: heißer, trockener Sommer, doch rettender Regen Ende August und kühle September-Nächte brachten Frische und reife Tannine. |
| 2024 | Solide | Ein nasses, schwieriges Jahr mit hohem Krankheitsdruck und später Reife. Die Weine sind leicht und früh zugänglich, aber ohne Tiefe. |
| 2023 | Sehr gut | Massiver Mehltaudruck erforderte konstante Arbeit im Weinberg. Wer sauber durchkam, erntete reife, aromatische Weine, der Jahrgang bleibt aber heterogen. |
| 2022 | Exzellent | Rekordhitze und extreme Trockenheit, die die Reben erstaunlich gut wegsteckten. Tiefe Farbe, dichte Frucht, überraschend frische Säure. |
| 2021 | Gut | Frost, Mehltau, ein kühler Sommer: ein klassisches, schwieriges Jahr nach drei heißen. Die Weine sind schlank, frisch und niedrig im Alkohol, eine Rückkehr zum alten Bordeaux, aber ohne Größe. |
| 2020 | Exzellent | Der dritte große Jahrgang in Folge. Frühe Lese, kleine Beeren, hohe Konzentration. |
| 2019 | Exzellent | Hitzewellen, aber ausreichend Wasserreserven. Das Ergebnis: reife Frucht mit erstaunlicher Frische und feiner Tanninstruktur. |
| 2018 | Exzellent | Enormer Mehltaudruck im Frühjahr, dann eine gewaltige Trockenheit. Wer die Reben durchbrachte, erntete extrem konzentrierte, alkoholreiche Weine von großer Kraft. |
| 2017 | Gut | Der Aprilfrost traf tiefer gelegene Lagen hart und halbierte mancherorts die Ernte. Die verschonten Spitzenlagen lieferten frische, klassische Weine. |
| 2016 | Exzellent | Extrem nasses Frühjahr, dann eine Rekorddürre, und ein perfekter Herbst. Das Ergebnis: Reife und Frische zugleich, Tannine von seidiger Präzision. |
| 2015 | Exzellent | Ein heißer, trockener Sommer mit rechtzeitigem Regen im August. Margaux und das rechte Ufer brillierten; im nördlichen Médoc störte Regen zur Lese. |
| 2014 | Sehr gut | Ein durchwachsener Sommer, aber ein außergewöhnlicher „Indian Summer“ im September und Oktober rettete den Jahrgang. |
| 2013 | Schwach | Verrieselung, Hagel, Fäulnis zur Lese. Der schwächste Jahrgang seit den frühen Neunzigern. |
| 2012 | Gut | Schwierige Bedingungen, spätreifende Cabernets. Das rechte Ufer schnitt deutlich besser ab. |
| 2011 | Solide | Ein Jahr voller Extreme: Frühjahrsdürre, Hitzewelle im Juni, Regen im Sommer. Heterogen und ohne Tiefe. |
| 2010 | Exzellent | Der strengere Zwilling von 2009: dieselbe Reife, aber mehr Säure, mehr Tannin, mehr Struktur. |
| 2009 | Exzellent | Ein sonnenverwöhntes Jahr ohne Extremwerte. Reife, üppige, samtige Weine mit hohem Alkohol, opulent und sofort verführerisch. |
| 2008 | Gut | Spät, aber ein sonniger Oktober rettete die Lese. Klassisch, frisch, überraschend langlebig, lange unterschätzt. |
| 2007 | Solide | Feucht, hoher Krankheitsdruck. Leichte Weine für den frühen Genuss. |
| 2006 | Gut | Ein schwieriger September nach heißem Sommer. Solide Weine, die aber nie an 2005 heranreichten. |
| 2005 | Exzellent | Ein Lehrbuchjahrgang: gleichmäßige Trockenheit ohne Stress, perfekte Reife, homogene Spitzenqualität über die gesamte Region. |
| 2004 | Gut | Nach der Extremhitze ein Rückkehr zur Normalität. Große Menge, klassische Struktur, moderate Konzentration. |
| 2003 | Sehr gut | Die Jahrhunderthitze war Fluch und Segen: Wo die Reben Wasser fanden, entstanden gewaltige Weine, anderswo blockierte die Reife. |
| 2002 | Gut | Ein kühles Jahr, gerettet durch einen sonnigen Oktober. Cabernet reifte gut aus, Merlot blieb schlank. |
| 2001 | Sehr gut | Lange unterschätzt und im Schatten von 2000. Frischer und feiner strukturiert als der Vorjahrgang. |
| 2000 | Exzellent | Der Millenniumsjahrgang wurde seinem Ruf gerecht: Trockener Sommer, ideale Lesebedingungen, über beide Ufer hinweg konstant hohe Qualität. |
Ältere Jahrgänge 1945 bis 1999 anzeigen
| Jahrgang | Qualität | Kurz gesagt |
|---|---|---|
| 1999 | Gut | Hagel, Regen, Fäulnisdruck. Wer selektierte, machte gute Weine, aber der Jahrgang blieb heterogen. |
| 1998 | Sehr gut | Ein Merlot-Jahrgang: Pomerol und Saint-Émilion brachten Herausragendes hervor, das Médoc litt unter Regen zur Cabernet-Lese. |
| 1997 | Solide | Ungleichmäßige Blüte, feuchter Sommer. Weiche, frühreife Weine ohne Tiefe. |
| 1996 | Sehr gut | Ein ausgeprägter Cabernet-Jahrgang: Das Médoc lieferte straffe, langlebige Weine, während der Merlot am rechten Ufer nicht voll ausreifte. |
| 1995 | Sehr gut | Die Wende nach vier schwachen Jahren. Trockener Sommer, gesunde Lese, klassisch strukturierte Weine mit Substanz. |
| 1994 | Solide | Wieder Regen zur Lese. Harte Tannine über wenig Frucht, die Weine trockneten früh aus. |
| 1993 | Solide | Ein guter Sommer, zerstört durch Dauerregen im September. Bestenfalls trinkbar. |
| 1992 | Schwach | Der nasseste Sommer seit Jahrzehnten. Verdünnte, kraftlose Weine. |
| 1991 | Schwach | Der Aprilfrost vernichtete bis zu 80 Prozent der Ernte. Was blieb, war unreif. |
| 1990 | Exzellent | Noch heißer als 1989, aber ausgewogener. Für viele der beste Jahrgang zwischen 1982 und 2000, vollreif, dicht und außergewöhnlich langlebig. |
| 1989 | Exzellent | Frühester Lesebeginn seit Jahrzehnten. Hitze und Trockenheit brachten reife, üppige Weine mit gewaltiger Substanz. |
| 1988 | Sehr gut | Klassisch, straff und tanninbetont. Der erste einer bemerkenswerten Trilogie. |
| 1987 | Schwach | Regen zur Lese verwässerte alles. Dünne, kurzlebige Weine. |
| 1986 | Sehr gut | Ein Médoc-Jahrgang par excellence: enorme Tanninstruktur, hohe Konzentration, sehr langsame Reife. |
| 1985 | Sehr gut | Ein charmanter, warmer Jahrgang. Weich, zugänglich, harmonisch, nie monumental, aber immer erfreulich. |
| 1984 | Schwach | Verrieselung beim Merlot, kalter Sommer. Das rechte Ufer fiel praktisch aus. |
| 1983 | Sehr gut | Im Schatten von 1982, aber eigenständig gut, besonders in Margaux. Klassischer und straffer als der Vorjahrgang. |
| 1982 | Exzellent | Der Jahrgang, der die moderne Weinkritik prägte. Außergewöhnliche Hitze, überreife Trauben, opulente Weine von enormer Fülle. |
| 1981 | Gut | Solider Sommer, Regen kurz vor der Lese. Ordentliche, mittlerweile ausgetrunkene Weine. |
| 1980 | Schwach | Kalt, spät, unreif. Ein Jahrgang ohne Anspruch. |
| 1979 | Gut | Große Menge, mittlere Konzentration. Verlässlich, aber selten aufregend. |
| 1978 | Sehr gut | Das „Wunderjahr“: Nach einem miserablen Sommer rettete ein außergewöhnlich sonniger Herbst die Ernte. |
| 1977 | Schwach | Aprilfrost und ein kalter Sommer. Ein Ausfalljahr. |
| 1976 | Gut | Rekordhitze bis August, dann Regen zur Lese. Weiche, früh zugängliche Weine mit begrenztem Potenzial. |
| 1975 | Gut | Ein umstrittener Jahrgang. Trockenheit und Hitze erzeugten massive Tannine, die bei vielen Weinen nie weich wurden. |
| 1974 | Schwach | Regen zur Lese verdarb, was der Sommer angelegt hatte. |
| 1973 | Schwach | Große Menge, keine Konzentration. Verdünnte Weine. |
| 1972 | Schwach | Kühl und unreif. Grüne, harte Weine ohne Zukunft. |
| 1971 | Gut | Kleiner Ertrag nach Verrieselung. Ordentliche Weine, die aber schneller reiften als erhofft. |
| 1970 | Sehr gut | Erstmals seit Langem wieder große Mengen in guter Qualität. Ausgewogene, verlässliche Weine mit ordentlichem Reifepotenzial. |
| 1969 | Solide | Kleine Erträge, aber wenig Substanz. Die Weine wirkten früh müde. |
| 1968 | Schwach | Verregnet und unreif. Einer der schlechtesten Jahrgänge der Nachkriegszeit. |
| 1967 | Gut | Solide Grundqualität, früh zugänglich. Sauternes lieferte in diesem Jahr Großes. |
| 1966 | Sehr gut | Klassisch im besten Sinne: straff, tanninbetont, langlebig. Ein Jahrgang für Puristen. |
| 1965 | Schwach | Dauerregen und Fäulnis. Nichts zu retten. |
| 1964 | Sehr gut | Ein gespaltener Jahrgang: Wer vor dem Regen Anfang Oktober las, machte großartige Weine. Das rechte Ufer war schneller, und deutlich besser. |
| 1963 | Schwach | Kalt, nass, Fäulnisdruck. Ein Totalausfall. |
| 1962 | Sehr gut | Zu Unrecht im Schatten von 1961. Elegant, fein und über Jahrzehnte hervorragend gereift. |
| 1961 | Exzellent | Für viele der größte Bordeaux-Jahrgang des 20. Jahrhunderts. |
| 1960 | Solide | Verregneter Spätsommer. Leichte Weine, die früh zu trinken waren. |
| 1959 | Exzellent | Der Jahrgang, der Bordeaux nach dem Krieg zurück auf die Weltbühne brachte. Hitze, Konzentration, gewaltiges Potenzial. |
| 1958 | Solide | Ein unauffälliger Jahrgang mit leichten Weinen ohne Reifepotenzial. |
| 1957 | Solide | Kühl, kleine Erträge, harte Tannine. Trinkbar, aber nie erfreulich. |
| 1956 | Schwach | Der Jahrhundertfrost im Februar zerstörte ganze Rebflächen. Die Folgen prägten die Region über Jahre. |
| 1955 | Sehr gut | Gleichmäßig warme Bedingungen, gesunde Lese. Verlässliche, langlebige Weine ohne Ausreißer nach oben. |
| 1954 | Schwach | Kühl und feucht. Unreife Trauben, dünne Weine. |
| 1953 | Sehr gut | Ein Jahrgang von großem Charme. Duftig und harmonisch statt muskulös, Margaux war überragend. |
| 1952 | Gut | Ein guter Sommer, aber Regen zur Lese. Kräftige, etwas grobe Weine mit robusten Tanninen. |
| 1951 | Schwach | Kalt und nass. Ein Jahrgang, den die Region gerne vergisst. |
| 1950 | Gut | Ein ergiebiger Jahrgang mit soliden Weinen. Pomerol schnitt deutlich besser ab als das Médoc. |
| 1949 | Exzellent | Der dritte große Jahrgang des Jahrzehnts. Warm, aber ausgewogener als 1947, Eleganz und Kraft in seltener Balance. |
| 1948 | Gut | Im Schatten seiner berühmten Nachbarjahrgänge unterschätzt. Klassisch strukturiert, aber nie ganz auf Augenhöhe. |
| 1947 | Exzellent | Extreme Hitze in der Reifephase brachte üppige, fast überreife Weine mit hohem Alkohol. Das rechte Ufer lieferte Legendäres. |
| 1946 | Schwach | Ein Nachkriegsjahr ohne Substanz. Die Weine sind längst vergangen. |
| 1945 | Exzellent | Ein Mythos. Spätfrost im Mai und ein glühender Sommer ließen winzige Mengen extrem konzentrierter Weine entstehen. |
Bordeaux Weißwein (trocken)
Herausragende Jahrgänge seit 1980: 1996, 2005, 2010.
| Jahrgang | Qualität | Kurz gesagt |
|---|---|---|
| 2025 | Gut | Für die trockenen Weißweine war die anhaltende Hitze fordernder als für die Rotweine. Die Spätsommer-Abkühlung half beim Säureerhalt, doch 2025 ist hier ein solider, kein herausragender Weißweinjahrgang. |
| 2024 | Gut | Ein nasses, kraftraubendes Jahr. Die Weißen sind schlank und frisch, aber ohne Tiefe. |
| 2023 | Sehr gut | Schwieriger Sommer mit Mehltaudruck, aber die Weißen wurden vor dem Regen gelesen. Frisch und präzise. |
| 2022 | Gut | Extremhitze und Dürre. Die Weißen gerieten reif und breit; die Säure fehlte. |
| 2021 | Sehr gut | Ein kühles, schwieriges Jahr, für die Roten eine Prüfung, für die Weißen ein Gewinn. Frisch, straff, klassisch. |
| 2020 | Sehr gut | Trocken und fruh. Konzentriert, aromatisch, mit überraschend guter Säure. |
| 2019 | Sehr gut | Hitze mit kühlen Nächten. Reife, aber balancierte Weißweine. |
| 2018 | Gut | Mehltaudruck, dann große Hitze. Die Weißen gerieten reif und füllig, aber säurearm. |
| 2017 | Sehr gut | Der Aprilfrost traf ungleich; wo die Reben verschont blieben, entstanden frische, klar gezeichnete Weißweine. |
| 2016 | Sehr gut | Nach nassem Frühjahr ein makelloser Sommer. Klare, gut gebaute Weißweine. |
| 2015 | Sehr gut | Heiß und trocken, aber die Weißen behielten Struktur. Füllig mit ausreichend Säure. |
| 2014 | Sehr gut | Ein herrlicher Spätherbst nach durchwachsenem Sommer. Die Weißen gerieten aromatisch und präzise. |
| 2013 | Gut | Für die Roten eine Katastrophe. Die Weißen retteten den Jahrgang: früh gelesen, frisch, respektabel. |
| 2012 | Gut | Schwieriges Jahr mit Fäulnisdruck. Die Weißen kamen glimpflicher davon als die Roten. |
| 2011 | Gut | Frühes, unruhiges Jahr. Die Weißen sind ordentlich, aber ohne große Spannung. |
| 2010 | Exzellent | Die Kombination aus Reife und Säure, die Weißwein braucht. Dichte, straffe, sehr langlebige Weine. |
| 2009 | Sehr gut | Sehr warm. Reife, opulente Weißweine, die besten Erzeuger hielten die Balance. |
| 2008 | Gut | Ein später, kühler Jahrgang. Die Weißen gerieten schlank und säurebetont. |
| 2007 | Sehr gut | Das Musterbeispiel der Divergenz: für die Roten ein schwieriges, feuchtes Jahr, für die Weißen ein sehr gutes. |
| 2006 | Sehr gut | Wechselhaft, aber die Weißen profitierten von kühlen Nächten im August. Präzise Aromatik. |
| 2005 | Exzellent | Ein Jahrhundertjahrgang auch für Weiß: perfekte Reife bei erhaltener Säure. Dichte, mineralische, extrem langlebige Weine. |
| 2004 | Sehr gut | Kühl und gleichmäßig. Klassische, frische, langlebige Weißweine. |
| 2003 | Solide | Die Jahrhunderthitze war für Weißwein ein Problem: Die Säure kollabierte, die Weine wirkten breit und alterten schnell. |
| 2002 | Sehr gut | Für die Roten ein mittleres Jahr, für die Weißen ein sehr gutes. Kühle Bedingungen bewahrten Säure und Aromatik. |
| 2001 | Sehr gut | Ein exzellenter Weißweinjahrgang: kühler als 2000, dafür präziser und aromatisch definierter. |
| 2000 | Sehr gut | Der gefeierte Rotweinjahrgang brachte auch reife, dichte Weißweine hervor, wenn auch ohne die Spannung von 1996. |
Ältere Jahrgänge 1945 bis 1999 anzeigen
| Jahrgang | Qualität | Kurz gesagt |
|---|---|---|
| 1999 | Gut | Regen zur Lese, aber die Weißen blieben ordentlich. Mittleres Niveau, fruh trinkreif. |
| 1998 | Sehr gut | Ein guter Weißweinjahrgang mit Substanz und klarer Aromatik. |
| 1997 | Gut | Chaotisches Wetter, frühe Reife. Die Weißen gerieten weich und früh zugänglich. |
| 1996 | Exzellent | Der große Weißweinjahrgang der 90er: kühle Nächte, präzise Reife, brillante Säure. Die Pessac-Leognan blancs altern hier über Jahrzehnte. |
| 1995 | Sehr gut | Trockener Sommer, guter Herbst. Konzentrierte, gut strukturierte Weißweine. |
| 1994 | Gut | Wieder Regen zur Rotweinlese, wieder profitierten die Weißen von der früheren Ernte. |
| 1993 | Gut | Ein nasser September ruinierte die Roten. Die früher gelesenen Weißen kamen glimpflich davon, frisch und lebendig. |
| 1992 | Solide | Regen ohne Ende. Verwässerte Weine. |
| 1991 | Schwach | Aprilfrost vernichtete den Großteil der Ernte. Was blieb, war dünn. |
| 1990 | Sehr gut | Erneut Hitze, erneut Fülle. Reife, generöse Weißweine mit überraschender Haltbarkeit. |
| 1989 | Sehr gut | Sehr heiß und fruh. Opulente Weißweine, denen die besten Erzeuger Frische bewahrten. |
| 1988 | Sehr gut | Klassisch, präzise, säurebetont. Ein Weißweinjahrgang mit Statur. |
| 1987 | Gut | Für die Roten ein Regenjahrgang, für die Weißen deutlich besser. Die frühere Lese entging dem Herbstregen; frische, klare Weine. |
| 1986 | Sehr gut | Ein strukturierter Jahrgang. Die Weißen gerieten straff und langlebig. |
| 1985 | Sehr gut | Trocken und warm. Aromatisch offene, harmonische Weißweine. |
| 1984 | Solide | Merlot-Fehlblüte traf vor allem die Roten; die Weißen blieben unauffällig. |
| 1983 | Sehr gut | Ein warmer Sommer mit klassischem Herbst. Die Weißen zeigten Fülle bei erhaltener Frische. |
| 1982 | Gut | Der Jahrhundertjahrgang der Roten war für die Weißen zu heiß: reife, füllige, aber säurearme Weine, die früh ihren Höhepunkt erreichten. |
| 1981 | Gut | Ausgewogen, wenn auch ohne Tiefe. Verlässliche Weißweine mittlerer Statur. |
| 1980 | Solide | Kühl und spät. Die Weine blieben schlank. |
| 1979 | Gut | Große Ernte in ordentlicher Qualität. Frisch und zugänglich. |
| 1978 | Sehr gut | Der „Miracle Vintage“: ein katastrophaler Sommer, gerettet durch einen fantastischen Herbst. |
| 1977 | Schwach | Frost im Frühjahr, kühler Sommer. Ein schwieriges Jahr ohne Ergebnis. |
| 1976 | Gut | Extreme Hitze, dann Regen. Reife, aber säurearme Weißweine, die früh reiften. |
| 1975 | Gut | Heiß und trocken. Die Weißen gerieten kraftvoll, teils auf Kosten der Eleganz. |
| 1974 | Solide | Regen zur Lese. Wenig Freude. |
| 1973 | Solide | Große Ernte, verdünnt. Leichte Weine für den frühen Konsum. |
| 1972 | Schwach | Kühl und unreif. Grüne, harte Weine. |
| 1971 | Gut | Kleine Ernte, konzentrierte Weine. Solide, aber ohne die Klasse von 1970. |
| 1970 | Sehr gut | Große Menge in guter Qualität, eine seltene Kombination. Ausgewogene, verlässliche Weißweine. |
| 1969 | Solide | Dünn und säuerlich. Ohne Substanz. |
| 1968 | Schwach | Dauerregen im September. Ein verlorener Jahrgang. |
| 1967 | Gut | Für die Roten ein mittelmäßiges Jahr, für die Weißen deutlich besser, die Botrytis, die Sauternes zum Triumph verhalf, ließ die trockenen Weißen unbeschadet. |
| 1966 | Sehr gut | Ein klassischer Jahrgang mit straffer Struktur. Die Graves-Weißen zeigten mineralische Präzision. |
| 1965 | Schwach | Kalt, nass, faul. Nichts zu retten. |
| 1964 | Gut | Wer vor dem Oktoberregen las, machte gute Weine. Wer wartete, verlor. |
| 1963 | Schwach | Fäulnis und Regen. Ein Ausfalljahr. |
| 1962 | Sehr gut | Klassisch und elegant, oft unterschätzt. Die Weißen hielten ihre Frische über Jahrzehnte. |
| 1961 | Sehr gut | Der legendäre Rotweinjahrgang brachte auch dichte, konzentrierte Weiße hervor, winzige Erträge nach Blütefrost. |
| 1960 | Solide | Regen zur Lese verdünnte die Ernte. Leichte Weine ohne Ambition. |
| 1959 | Sehr gut | Hitze und Trockenheit. Die Weißweine gerieten reif und füllig, den besten fehlte es nicht an Säure. |
| 1958 | Solide | Nasser Sommer, magere Weine. Schnell verblasst. |
| 1957 | Solide | Kleine Ernte nach Frostschäden, harte Säure. Die Weine blieben streng. |
| 1956 | Schwach | Der Jahrhundertfrost im Februar zerstörte die Reben. Was überlebte, war unbedeutend. |
| 1955 | Sehr gut | Warm und gleichmäßig. Ein verlässlicher Jahrgang, der lange auf hohem Niveau hielt. |
| 1954 | Solide | Verregneter Herbst. Dünne Weine ohne Substanz. |
| 1953 | Sehr gut | Charmant und ausgewogen. Die Weißen zeigten feine Aromatik bei präsenter Säure. |
| 1952 | Gut | Ein guter Sommer, aber wechselhafte Lese. Die Weißweine gerieten strukturiert, wenn auch etwas kantig. |
| 1951 | Schwach | Kalt und nass. Die Trauben reiften nicht aus, die Weine blieben dünn und grün. |
| 1950 | Gut | Große Menge, gute Qualität. Zugänglich und freundlich, ohne Tiefgang. |
| 1949 | Sehr gut | Ein großer klassischer Jahrgang mit idealer Balance aus Reife und Säure. Die Graves-Weißen alterten hervorragend. |
| 1948 | Gut | Solide, klassisch gebaut, im Schatten der Nachbarjahrgänge. Ordentliche Säure, keine Sensation. |
| 1947 | Sehr gut | Heißer Spätsommer. Die Weißweine gerieten opulent, teils auf Kosten der Frische, die besten hielten dennoch jahrzehntelang. |
| 1946 | Solide | Ein Zwischenjahr ohne Profil. Die Weine waren fruh zu trinken und sind längst Geschichte. |
| 1945 | Sehr gut | Winzige Ernte nach Aprilfrost, dafür hochkonzentriert. Die wenigen überlebenden Weißweine waren dicht und langlebig. |
Bordeaux Edelsüß (Sauternes und Barsac)
Herausragende Jahrgänge seit 1980: 1983, 1988, 1989, 1990, 1997, 2001, 2007.
| Jahrgang | Qualität | Kurz gesagt |
|---|---|---|
| 2025 | Sehr gut | Fast perfekter Botrytis-Zyklus aus Nebel und Sonne im Herbst. Reiche, konzentrierte Sauternes und Barsac mit Quitte, Aprikose und Honig, getragen von guter Säure, zwischen der Konzentration von 2023 und der Harmonie von 2015. |
| 2024 | Solide | Ein nasses, schwieriges Jahr mit Graufäuledruck. Kleine Erträge, uneinheitliche Qualität. |
| 2023 | Sehr gut | Ein feuchter September brachte reichlich Edelfäule. Konzentrierte, aromatische Weine. |
| 2022 | Gut | Extremhitze und Dürre, kaum Botrytis. Die Weine sind reif und süß, aber flach. |
| 2021 | Sehr gut | Das kühle, feuchte Jahr, das die Roten quälte, brachte Sauternes ideale Botrytisbedingungen. |
| 2020 | Gut | Trocken und fruh, wenig Edelfäule. Solide, aber unspektakulär. |
| 2019 | Sehr gut | Ein guter Botrytisherbst. Konzentrierte, gut balancierte Weine. |
| 2018 | Gut | Mehltau und Hitze. Die Botrytis kam spät; die Weine sind reif, aber ohne Spannung. |
| 2017 | Sehr gut | Der Frost traf ungleich, aber wo geerntet wurde, entstand feine Botrytis. Präzise, säurebetonte Weine. |
| 2016 | Gut | Der trockene Herbst, der die Roten groß machte, ließ Sauternes wenig Botrytis. Ordentlich, nicht mehr. |
| 2015 | Sehr gut | Ein warmer, trockener Herbst begrenzte die Botrytis, aber die besten Güter arbeiteten selektiv. |
| 2014 | Sehr gut | Ein herrlicher Spätherbst brachte saubere Edelfäule. Elegante, präzise Weine. |
| 2013 | Sehr gut | Für die Roten eine Katastrophe, für Sauternes ein guter Jahrgang. Die Botrytis kam präzise und schnell; die Weine sind konzentriert und frisch. |
| 2012 | Solide | Regen und Graufäule. Kleine Erträge, blasse Weine. |
| 2011 | Sehr gut | Ein exzellenter Botrytisherbst nach seltsamem Jahr. Reiche, komplexe Weine, der beste Sauternes-Jahrgang zwischen 2007 und 2015. |
| 2010 | Sehr gut | Präziser und straffer als 2009. Sehr gute Balance aus Botrytis und Säure. |
| 2009 | Sehr gut | Warm und reif. Opulente, alkoholreiche Weine mit guter Konzentration. |
| 2008 | Gut | Später, kühler Jahrgang. Die Botrytis kam spät und ungleichmäßig. |
| 2007 | Exzellent | Wieder eine Umkehrung: Für die Roten ein schwaches Jahr, für Sauternes ein herausragendes. |
| 2006 | Sehr gut | Ein guter Botrytisherbst nach schwierigem Sommer. Reiche, gut strukturierte Sauternes. |
| 2005 | Sehr gut | Sehr gut, aber nicht überragend: Der trockene Herbst begrenzte die Botrytis. Präzise, klassische Weine. |
| 2004 | Gut | Große Menge, moderate Konzentration. Ordentlich, ohne Größe. |
| 2003 | Sehr gut | Die Jahrhunderthitze ruinierte die trockenen Weißen, aber Sauternes profitierte von der Konzentration. |
| 2002 | Sehr gut | Ein später, langsamer Herbst mit guter Edelfäule. Elegante, klar gezeichnete Weine. |
| 2001 | Exzellent | Der große Sauternes-Jahrgang der Moderne. Perfekte, schnelle Botrytis, ideale Säure, enorme Konzentration. |
| 2000 | Schwach | Die deutlichste Divergenz überhaupt: für die Roten ein gefeierter Jahrhundertjahrgang, für Sauternes eine Katastrophe. |
Ältere Jahrgänge 1945 bis 1999 anzeigen
| Jahrgang | Qualität | Kurz gesagt |
|---|---|---|
| 1999 | Sehr gut | Ein guter, oft übersehener Jahrgang mit sauberer Edelfäule und feiner Balance. |
| 1998 | Gut | Wechselhafter Herbst. Die Botrytis kam ungleichmäßig; die Weine sind solide, aber uneinheitlich. |
| 1997 | Exzellent | Ein langer, warmer Herbst mit idealer Botrytis. Reiche, komplexe Weine, deutlich besser als die Roten desselben Jahres. |
| 1996 | Sehr gut | Klassisch, säurebetont, präzise. Ein Sauternes-Jahrgang für Puristen. |
| 1995 | Sehr gut | Die Rückkehr zu Qualität nach vier schwachen Jahren. Saubere Edelfäule, gute Balance. |
| 1994 | Solide | Etwas Botrytis, aber ohne Konzentration. Blasse Weine. |
| 1993 | Schwach | Erneut Regen zur entscheidenden Zeit. Ein weiteres verlorenes Jahr. |
| 1992 | Schwach | Regen, Graufäule. Ein Ausfalljahr. |
| 1991 | Schwach | Der Aprilfrost vernichtete fast alles. Viele Güter produzierten keinen Wein. |
| 1990 | Exzellent | Der dritte im Bunde und für viele der beste: die Balance von 1988 mit der Fülle von 1989. Ein Jahrhundertjahrgang. |
| 1989 | Exzellent | Der opulenteste der Trilogie: reif, reich, üppig. Enorme Konzentration bei hohem Alkohol. |
| 1988 | Exzellent | Der Auftakt zur legendären Trilogie 88/89/90. Perfekte Botrytis, hohe Säure, klassische Statur, der präziseste der drei. |
| 1987 | Schwach | Regen zur Lese, Graufäule statt Edelfäule. |
| 1986 | Sehr gut | Reichlich Botrytis im Oktober. Kraftvolle, strukturierte Weine mit guter Säure. |
| 1985 | Gut | Trockener Herbst, gut für Rot, mager für Sauternes. Die Weine blieben leicht. |
| 1984 | Schwach | Kühl und nass. Kaum verwertbare Botrytis. |
| 1983 | Exzellent | Ein großer Sauternes-Jahrgang, warm, feucht, perfekte Edelfäule. Konzentriert und langlebig, deutlich über dem Rotweinniveau des Jahres. |
| 1982 | Solide | Der Jahrhundertjahrgang der Roten war für Sauternes eine Enttäuschung: zu heiß und zu trocken, die Botrytis blieb aus. |
| 1981 | Gut | Regen im Oktober bremste die Konzentration. Ordentlich, ohne Ambition. |
| 1980 | Gut | Ein später Herbst brachte brauchbare Botrytis. Solide, elegante Weine. |
| 1979 | Gut | Ordentliche Edelfäule, ausgewogene Weine mittlerer Statur. |
| 1978 | Solide | Der schöne Herbst rettete die Roten, aber er war zu trocken für Botrytis. Sauternes blieb blass. |
| 1977 | Schwach | Frühjahrsfrost, kühler Sommer. Yquem deklassierte erneut. |
| 1976 | Sehr gut | Große Hitze, dann Feuchtigkeit, ideale Botrytisbedingungen. Reiche, opulente Weine. |
| 1975 | Sehr gut | Ein kraftvoller, strukturierter Jahrgang. Die Weine brauchten lange, halten aber ewig. |
| 1974 | Schwach | Regen zur Lese. Yquem deklassierte. |
| 1973 | Solide | Große Ernte, verdünnte Weine ohne Konzentration. |
| 1972 | Schwach | Kühl und unreif. Keine Edelfäule. |
| 1971 | Sehr gut | Ein sehr guter Botrytisjahrgang, konzentrierter als 1970, wenn auch in kleinerer Menge. |
| 1970 | Sehr gut | Große Menge in guter Qualität. Reiche, verlässliche Sauternes. |
| 1969 | Solide | Dünne Botrytis, magere Weine. |
| 1968 | Schwach | Regen ohne Unterlass. Yquem deklassierte den gesamten Jahrgang. |
| 1967 | Exzellent | Der berühmteste Fall der Divergenz: für die Roten nur durchschnittlich, für Sauternes ein Jahrhundertjahrgang. |
| 1966 | Sehr gut | Ein solider, klassisch gebauter Jahrgang mit sauberer Edelfäule. |
| 1965 | Schwach | Kalt, nass, faul. Yquem produzierte keinen Wein. |
| 1964 | Schwach | Der Oktoberregen kam, bevor die Botrytis arbeiten konnte. Ein verlorener Jahrgang. |
| 1963 | Schwach | Dauerregen, Graufäule. Viele Güter deklassierten komplett. |
| 1962 | Exzellent | Der bessere Sauternes-Jahrgang der frühen 60er, oft unterschätzt. Perfekte Edelfäule, ideale Balance, große Haltbarkeit. |
| 1961 | Sehr gut | Im Schatten des legendären Rotweinjahrgangs. Die Sauternes waren sehr gut, aber nicht auf dem Niveau von 1959 oder 1962. |
| 1960 | Solide | Regen verhinderte konzentrierte Botrytis. Leichte, kurzlebige Weine. |
| 1959 | Exzellent | Hitze und ein makelloser Herbst. Ein großer Sauternes-Jahrgang, reich, konzentriert, langlebig. |
| 1958 | Solide | Nass und faul. Wenig Erfreuliches. |
| 1957 | Solide | Kleine Ernte nach den Frostschäden, wenig Edelfäule. Harte, unbefriedigende Weine. |
| 1956 | Schwach | Der Februarfrost vernichtete die Weinberge von Sauternes. Manche Güter erholten sich erst nach Jahren. |
| 1955 | Sehr gut | Ein verlässlicher Jahrgang mit sauberer Botrytis und guter Balance. |
| 1954 | Schwach | Verregneter Herbst. Graufäule statt Botrytis. |
| 1953 | Sehr gut | Elegante, feingliedrige Sauternes mit guter Edelfäule. Charmant statt monumental. |
| 1952 | Gut | Trockener Herbst, gut für die Gesundheit der Trauben, schlecht für die Botrytis. Die Weine blieben schlank. |
| 1951 | Schwach | Kalt und nass. Keine Edelfäule, nur Graufäule. |
| 1950 | Sehr gut | Ein guter Botrytisjahrgang mit reichen, wenn auch nicht ganz erstklassigen Weinen. |
| 1949 | Exzellent | Idealer Herbst: Nebel am Morgen, Sonne am Nachmittag. Reiche, perfekt balancierte Weine von großer Langlebigkeit. |
| 1948 | Gut | Ordentliche Edelfäule, aber ohne die Konzentration der Nachbarjahrgänge. |
| 1947 | Exzellent | Ein legendäres Botrytisjahr. Extrem konzentrierte, unsterbliche Weine, Climens und Yquem gehören zum Größten, was Sauternes hervorbrachte. |
| 1946 | Solide | Kaum Edelfäule. Die Weine blieben schlicht süß statt komplex. |
| 1945 | Exzellent | Winzige Erträge, perfekte Botrytis. Einer der großen Sauternes-Jahrgänge des Jahrhunderts, die Spitzenweine leben bis heute. |
So liest du die Tabelle
Die Qualitätsstufen reichen von Schwach über Solide, Gut und Sehr gut bis Exzellent. Sie beschreiben den Jahrgang als Ganzes in der Region. Einzelne Erzeuger und Lagen können deutlich darüber oder darunter liegen, und auch die Lagerung entscheidet mit. Die Bewertungen sind eine Orientierung, keine Garantie.
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Stand: Oktober 2026. Hinweise auf Fehler gern an hallo@bitsandbottle.com.
