Lohnt sich Wein als Geldanlage?

Lohnt sich Wein als Geldanlage?

Wein gilt manchen als attraktive Wertanlage, die Genuss und Rendite verbindet. Tatsächlich haben die besten Weine über lange Zeiträume beachtliche Wertsteigerungen gezeigt. Doch die Vorstellung vom sicheren Gewinn führt in die Irre, denn Wein als Anlage bringt eigene Chancen und erhebliche Risiken mit sich, die man kennen sollte, bevor man Geld investiert.

Für Wein als Anlage spricht, dass hochwertige Flaschen mit den Jahren seltener werden, weil ein Teil des Bestands getrunken wird, während die Nachfrage nach Raritäten weltweit wächst. Anders als Aktien unterliegt Wein nicht direkt den Schwankungen der Finanzmärkte, was ihn als Sachwert zur Streuung eines Vermögens interessant machen kann. Dem stehen gewichtige Nachteile gegenüber. Wein wirft keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ab, der Handel ist mit hohen Kosten und Aufgeldern verbunden, und der Markt ist wenig liquide, sodass sich eine Flasche nicht jederzeit zum Wunschpreis verkaufen lässt. Hinzu kommen Risiken durch falsche Lagerung, Fälschungen und Modeschwankungen, die den Wert einzelner Weine stark beeinflussen.

Wein eignet sich damit allenfalls als kleiner, langfristig gedachter Baustein für Kenner, die den Markt verstehen und einen möglichen Wertverlust verschmerzen können. Als alleinige oder kurzfristige Geldanlage ist er ungeeignet. Wer investiert, sollte nur Geld einsetzen, dessen Verlust er verkraften kann, und im Zweifel den Rat unabhängiger Fachleute suchen. Die vielleicht sicherste Rendite bleibt am Ende der Genuss, denn eine gute Flasche lässt sich immer noch trinken, wenn der erhoffte Wertzuwachs ausbleibt.

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