Was bedeutet minimaler Eingriff im Keller?

Was bedeutet minimaler Eingriff im Keller?

Immer häufiger ist von Weinen die Rede, die mit möglichst wenig Eingriffen im Keller entstehen. Dahinter steht die Idee, den Wein so natürlich wie möglich zu belassen und auf technische Hilfsmittel weitgehend zu verzichten. Für Konsumenten werfen die dabei verwendeten Begriffe oft Fragen auf, die sich mit einem Blick auf die einzelnen Schritte klären lassen.

Ein zentraler Punkt ist die Spontangärung. Statt gezüchtete Reinzuchthefen zuzusetzen, überlässt der Winzer die Gärung den wilden Hefen, die von Natur aus auf den Trauben und im Keller vorhanden sind. Das kann dem Wein mehr Eigenständigkeit und Charakter verleihen, ist aber weniger kontrollierbar. Ein weiterer Begriff ist ungefiltert. Viele natürlich gearbeitete Weine werden nicht filtriert, um möglichst wenig von ihrer Substanz zu verlieren, was sie oft leicht trüb erscheinen lässt. Besonders viel Aufmerksamkeit erhält das Thema Schwefel. Schwefel wird seit jeher eingesetzt, um Wein vor Oxidation und unerwünschten Bakterien zu schützen. Weine mit minimalem Eingriff kommen mit sehr wenig oder gar keinem zugesetzten Schwefel aus, was sie empfindlicher und wandelbarer macht.

Diese Arbeitsweise erfordert im Keller große Sorgfalt und ein hohes handwerkliches Können, da viele schützende Eingriffe wegfallen. Die Ergebnisse sind oft eigenwillige, lebendige Weine, die bewusst Ecken und Kanten zeigen. Ob man sie schätzt, ist eine Frage des Geschmacks, doch das Verständnis der Begriffe hilft, die wachsende Zahl solcher Weine im Regal richtig einzuordnen.

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