Was ist der Unterschied zwischen Rot- und Weißweinbereitung?
Der wichtigste Unterschied zwischen Rot- und Weißwein entsteht nicht durch die Farbe der Trauben allein, sondern durch die Art, wie sie verarbeitet werden. Der entscheidende Punkt ist der Kontakt des Safts mit den Beerenschalen, denn in ihnen sitzen Farbstoffe, Tannine und viele Aromen.
Bei der Weißweinbereitung werden die Trauben rasch gepresst, und nur der reine Saft gärt weiter, ohne längeren Kontakt zu den Schalen. Dadurch bleibt der Wein hell und erhält seinen frischen, oft fruchtigen Charakter mit wenig Tannin. Interessanterweise lassen sich auch aus roten Trauben weiße Weine keltern, solange der Saft schnell von den Schalen getrennt wird, wie es etwa beim Champagner geschieht. Bei der Rotweinbereitung dagegen gären Saft und Schalen gemeinsam. Diese Maischegärung löst die Farbstoffe und Tannine aus den Schalen und gibt dem Wein seine rote Farbe, seine Struktur und seinen kräftigeren Körper. Je länger die Maischestandzeit, desto intensiver fallen Farbe und Tannin aus.
Aus diesem einen Unterschied ergeben sich fast alle weiteren Eigenheiten der beiden Weinarten. Rotweine sind durch das Tannin haltbarer und strukturierter, Weißweine leben stärker von Frische und Säure. Das Verständnis dieses grundlegenden Prinzips erklärt zugleich, warum Rotwein und Weißwein sich in Geschmack, Farbe und Lagerfähigkeit so deutlich unterscheiden.
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