Piemont, Italien

Piemont, Italien

Das Piemont liegt im Nordwesten Italiens am Fuß der Alpen, deren Name sich in der Landschaft widerspiegelt. Zwischen den Hügeln der Langhe und des Monferrato entstehen einige der bedeutendsten Rotweine Italiens. Prägend ist das kontinentale Klima mit heißen Sommern und kalten, oft nebligen Herbsten, denn der Nebel gab der wichtigsten Rebsorte der Region ihren Namen.

Die Nebbiolo-Traube ist die Seele des Piemont und bringt in den Appellationen Barolo und Barbaresco Weine von großer Kraft und Langlebigkeit hervor. Diese Weine sind hell in der Farbe, aber mächtig in Tannin und Säure, mit charakteristischen Aromen von Rosen, Teer, Kirschen und getrockneten Kräutern. Barolo gilt als der kraftvollere und langlebigere der beiden, Barbaresco als der etwas elegantere und früher zugängliche. Neben Nebbiolo spielen die fruchtige Barbera und die weiche Dolcetto eine große Rolle für den Alltagswein, bei den Weißweinen die aromatische Arneis und der Moscato für den süßen Schaumwein Asti.

Das Piemont setzt auf ein streng lagenbezogenes Denken. Innerhalb von Barolo und Barbaresco sind einzelne Spitzenlagen als sogenannte Menzioni Geografiche Aggiuntive ausgewiesen, vergleichbar mit den Crus des Burgund. Der Charakter eines Barolo hängt stark von der Gemeinde und der Einzellage ab, denn die Böden wechseln auf engem Raum und prägen den Stil von zugänglich-fruchtig bis streng-mineralisch.

Große Barolo und Barbaresco zählen zu den langlebigsten Weinen Italiens und benötigen oft ein Jahrzehnt, um ihr strenges Tanningerüst abzubauen und ihre volle Komplexität zu zeigen. Sie können über zwanzig bis dreißig Jahre reifen. Als herausragende Jahrgänge gelten 2010, 2013, 2016 und 2019. Barbera und Dolcetto dagegen sind für den früheren, unbeschwerten Genuss bestimmt.

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