Toskana, Italien
Die Toskana in Mittelitalien ist die vielleicht berühmteste Weinlandschaft der Welt, mit ihren sanften Hügeln, Zypressenreihen und mittelalterlichen Städten. Das mediterrane Klima mit warmen, trockenen Sommern und die überwiegend kalkhaltigen, mageren Böden bilden die Grundlage für kraftvolle, langlebige Rotweine, die untrennbar mit der italienischen Weinkultur verbunden sind.
Die bestimmende Rebsorte ist Sangiovese, aus der die klassischen toskanischen Rotweine entstehen. Im Chianti Classico, dem Kernland zwischen Florenz und Siena, liefert sie fruchtige bis kräftige Weine mit lebendiger Säure und Aromen von Sauerkirsche und Kräutern. In Montalcino bringt eine besondere Spielart als Brunello di Montalcino einen der mächtigsten und langlebigsten Weine Italiens hervor, in Montepulciano den Vino Nobile. Neben Sangiovese haben sich seit den 1970er Jahren die Supertoskaner etabliert, kraftvolle Weine, die auch internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot einsetzen und vor allem an der Küste in Bolgheri Weltruhm erlangten.
Die toskanischen Appellationen folgen unterschiedlichen Regeln. Chianti Classico kennt seit einiger Zeit mit der Gran Selezione eine oberste Qualitätsstufe, die an strenge Herkunfts- und Reifevorgaben gebunden ist. Brunello di Montalcino unterliegt langen vorgeschriebenen Reifezeiten, bevor er auf den Markt kommen darf. Diese Vielfalt macht die Region gleichermaßen traditionsverbunden und innovativ.
Die großen Rotweine der Toskana besitzen erhebliches Reifepotenzial. Ein Brunello di Montalcino kann zwei bis drei Jahrzehnte reifen, ebenso die besten Supertoskaner und Chianti Classico der Gran Selezione. Als herausragende Jahrgänge gelten 2010, 2015, 2016 und 2019. Einfachere Chianti sind dagegen für den zugänglichen, früheren Genuss gedacht und überzeugen jung mit ihrer saftigen Frucht.
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