Douro, Portugal
Das Douro-Tal im Norden Portugals ist eine der ältesten geschützten Weinregionen der Welt und eine der dramatischsten Weinlandschaften überhaupt. Entlang des Flusses Douro klettern unzählige Terrassen steile Schieferhänge hinauf, die in mühevoller Handarbeit angelegt wurden. Bekannt wurde die Region als Heimat des Portweins, doch seit einigen Jahrzehnten haben sich auch ihre trockenen Rotweine einen Spitzenplatz erobert.
Der Weinbau beruht auf einer großen Zahl heimischer Rebsorten, die oft gemischt in denselben Weinbergen stehen. Die wichtigsten sind Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Roriz und Tinta Barroca. Aus ihnen entstehen sowohl der süße, aufgespritete Portwein als auch die kraftvollen, konzentrierten trockenen Rotweine, die unter der Bezeichnung Douro DOC vermarktet werden. Das extrem heiße, trockene Klima und die kargen Schieferböden zwingen die Reben zu tiefer Wurzelung und ergeben dichte, mineralische Weine.
Beim Portwein wird die Gärung durch Zugabe von Weinbrand gestoppt, wodurch Restsüße und ein höherer Alkoholgehalt erhalten bleiben. Die Stile reichen vom jung und fruchtig abgefüllten Ruby über den oxidativ gereiften, nussigen Tawny bis zum seltenen Vintage Port, der nur in den besten Jahren deklariert wird und jahrzehntelang reift. Für die trockenen Rotweine hat sich parallel ein eigenes Qualitätsdenken mit Lagen und Spitzencuvées entwickelt.
Vintage Port zählt zu den langlebigsten Weinen überhaupt und kann ein halbes Jahrhundert oder länger reifen. Auch die besten trockenen Douro-Rotweine besitzen erhebliches Reifepotenzial über ein bis zwei Jahrzehnte. Als herausragende Portwein-Jahrgänge gelten 2011, 2016 und 2017. Einfachere Ruby-Ports und Douro-Rotweine der Einstiegsklasse sind dagegen für den früheren Genuss bestimmt.
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