Elsass, Frankreich
Das Elsass liegt im Nordosten Frankreichs, geschützt durch die Vogesen an der Grenze zu Deutschland. Diese Lage im Regenschatten des Gebirges macht die Region zu einer der trockensten und sonnigsten Frankreichs, was den überwiegend weißen Weinen viel Reife und Aromatik verleiht. Die wechselvolle Geschichte zwischen Frankreich und Deutschland zeigt sich bis heute in Rebsorten und Weinstil.
Anders als im übrigen Frankreich wird das Elsass fast ausschließlich sortenrein ausgebaut, und die Rebsorte steht meist auf dem Etikett. Vier Sorten gelten als edel. Riesling liefert die langlebigsten und mineralischsten Weine, Gewürztraminer die üppigsten und aromatischsten mit Noten von Rosen und Litschi. Grauburgunder, hier Pinot Gris genannt, bringt körperreiche Weine hervor, Muscat vergleichsweise leichte und blumige. Daneben spielt Pinot Blanc eine wichtige Rolle für unkomplizierte Alltagsweine.
Die Qualitätshierarchie kennt neben der allgemeinen Appellation die Grands Crus, die auf besonders hochwertige Einzellagen beschränkt sind. Eine Besonderheit sind die edelsüßen Weine. Als Vendange Tardive werden spät gelesene, konzentrierte Weine bezeichnet, als Sélection de Grains Nobles die seltenen, aus edelfaulen Beeren gekelterten Süßweine höchster Konzentration. Diese können jahrzehntelang reifen.
Die meisten trockenen Elsässer Weine sind in ihrer Jugend zugänglich, gewinnen aber mit einigen Jahren Flaschenreife an Komplexität. Besonders Riesling und Pinot Gris aus Grand-Cru-Lagen entfalten ihr Potenzial oft erst nach fünf bis zehn Jahren. Wer elsässischen Wein zum Essen sucht, findet in der aromatischen Fülle einen der besten Begleiter zur regionalen Küche und zu würzigen asiatischen Gerichten.
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