Warum schwenkt man Wein im Glas?
Das Schwenken des Weinglases wirkt auf manche wie eine gekünstelte Geste, hat aber einen handfesten sinnlichen Zweck. Es hilft, den Wein zu öffnen und seine Aromen besser wahrnehmbar zu machen. Wer den Grund versteht, sieht darin kein Ritual, sondern ein nützliches Werkzeug der Verkostung.
Durch das Schwenken kommt der Wein mit mehr Sauerstoff in Kontakt und benetzt eine größere Fläche des Glases. Dabei verdunsten die flüchtigen Aromastoffe leichter und steigen verstärkt in den oberen Teil des Glases auf, wo sie sich sammeln. Der anschließende Geruchseindruck fällt dadurch intensiver und vielschichtiger aus. Besonders junge und verschlossene Weine profitieren davon, weil sich ihre Aromen erst mit etwas Luft entfalten. Nebenbei zeigt das Schwenken die sogenannten Kirchenfenster oder Schlieren, die an der Glaswand herunterlaufen und einen groben Hinweis auf Alkohol- und Extraktgehalt geben.
Für das Schwenken braucht es kein besonderes Geschick. Es genügt, das Glas am Stiel zu halten und den Wein mit kleinen kreisenden Bewegungen in Schwung zu bringen, am Anfang gern mit dem Glasfuß auf dem Tisch. Ein zu voll eingeschenktes Glas lässt sich schlecht schwenken, weshalb ein zu einem Drittel gefülltes Glas ideal ist. So einfach die Bewegung ist, so wirkungsvoll ist sie für den Genuss.
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