Was sind Aromen erster, zweiter und dritter Art?
Die Aromen eines Weins stammen aus ganz unterschiedlichen Quellen, und Fachleute unterteilen sie in drei Gruppen, je nachdem, wann und wie sie entstehen. Diese Einteilung hilft zu verstehen, warum ein junger Wein anders riecht als ein gereifter und woher die einzelnen Duftnoten kommen.
Aromen erster Art, auch Primäraromen genannt, stammen unmittelbar aus der Traube selbst und prägen vor allem junge Weine. Zu ihnen gehören die Düfte nach frischen Früchten, Blüten, Kräutern und Gewürzen, die für die jeweilige Rebsorte typisch sind. Aromen zweiter Art, die Sekundäraromen, entstehen während der Gärung und des Ausbaus. Dazu zählen die buttrigen und cremigen Noten aus dem biologischen Säureabbau, die Hefearomen nach Brot und Gebäck sowie die Vanille-, Röst- und Gewürzaromen, die ein Wein aus dem Holzfass aufnimmt.
Aromen dritter Art schließlich, die Tertiäraromen, entwickeln sich erst mit der Reife über Jahre in der Flasche. Sie sind das Ergebnis langsamer chemischer Vorgänge und verleihen gereiften Weinen ihre besondere Tiefe. Typisch sind Noten von getrockneten Früchten, Nüssen, Leder, Tabak, Waldboden oder Trüffel. Diese reifen Aromen treten in den Vordergrund, während die frische Frucht der Jugend allmählich zurückweicht. Das Zusammenspiel der drei Aromagruppen erklärt, warum ein großer Wein sich über die Jahre so stark verändern und immer neue Facetten zeigen kann.
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