Rhône, Frankreich

Rhône, Frankreich

Das Rhônetal zieht sich im Südosten Frankreichs entlang des gleichnamigen Flusses und zerfällt in zwei sehr unterschiedliche Hälften. Die nördliche und die südliche Rhône unterscheiden sich in Klima, Rebsorten und Weinstil so deutlich, dass sie fast als zwei eigene Regionen gelten. Verbindend ist die lange Tradition kraftvoller, würziger Weine.

In der nördlichen Rhône herrscht ein kühleres Klima, und die Weinberge kleben an steilen Granithängen über dem Fluss. Hier regiert bei den Rotweinen allein die Syrah, die in Appellationen wie Côte-Rôtie und Hermitage dunkle, pfeffrige und langlebige Weine hervorbringt. Die weißen Rebsorten Viognier, Marsanne und Roussanne ergänzen das Bild, in Condrieu entstehen aus Viognier duftige Weißweine von hoher Eigenart.

Die südliche Rhône ist wärmer, weiter und mediterran geprägt. Statt Sortenreinheit dominieren hier Verschnitte aus vielen Rebsorten, angeführt von Grenache, Syrah und Mourvèdre. Das bekannteste Gebiet ist Châteauneuf-du-Pape, wo bis zu dreizehn Sorten zugelassen sind und die berühmten runden Kieselsteine die Wärme des Tages speichern. Rundherum liefern Appellationen wie Gigondas und Vacqueyras sowie die breite Basis der Côtes du Rhône zugängliche, preiswerte Weine.

Die großen Weine der nördlichen Rhône aus Hermitage und Côte-Rôtie zählen zu den langlebigsten Syrah-Weinen der Welt und profitieren von zehn bis zwanzig Jahren Reife. Auch die besten Châteauneuf-du-Pape reifen über ein bis zwei Jahrzehnte. Als starke Jahrgänge gelten 2010, 2015, 2016 und 2019. Die einfacheren Côtes du Rhône dagegen sind für den unkomplizierten, frühen Genuss bestimmt.

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