Bordeaux Jahrgänge

Bordeaux, Frankreich

Bordeaux ist die bekannteste Rotweinregion der Welt. Links der Gironde prägt Cabernet Sauvignon die Weine aus dem Médoc und den Graves, rechts der Gironde Merlot in Saint-Émilion und Pomerol. Weil das atlantische Klima von Jahr zu Jahr stark schwankt, unterscheiden sich die Jahrgänge deutlich. Ein großer Bordeaux-Jahrgang kann Jahrzehnte reifen, ein schwacher sollte früh getrunken werden.

Hier findest du alle Jahrgänge von 1945 bis 2025 mit Qualitätsstufe und einer kurzen Einordnung, getrennt nach Weinart. Mehr über die Region liest du im Porträt Bordeaux. Wie die Bewertungen entstehen, steht unter Über uns.

Rotwein Weißwein Edelsüß

Bordeaux Rotwein

Herausragende Jahrgänge seit 1980: 1982, 1989, 1990, 2000, 2005, 2009, 2010, 2015, 2016, 2018, 2019, 2020, 2022.

JahrgangQualitätKurz gesagt
2025Sehr gutParadoxer Jahrgang: heißer, trockener Sommer, doch rettender Regen Ende August und kühle September-Nächte brachten Frische und reife Tannine.
2024SolideEin nasses, schwieriges Jahr mit hohem Krankheitsdruck und später Reife. Die Weine sind leicht und früh zugänglich, aber ohne Tiefe.
2023Sehr gutMassiver Mehltaudruck erforderte konstante Arbeit im Weinberg. Wer sauber durchkam, erntete reife, aromatische Weine, der Jahrgang bleibt aber heterogen.
2022ExzellentRekordhitze und extreme Trockenheit, die die Reben erstaunlich gut wegsteckten. Tiefe Farbe, dichte Frucht, überraschend frische Säure.
2021GutFrost, Mehltau, ein kühler Sommer: ein klassisches, schwieriges Jahr nach drei heißen. Die Weine sind schlank, frisch und niedrig im Alkohol, eine Rückkehr zum alten Bordeaux, aber ohne Größe.
2020ExzellentDer dritte große Jahrgang in Folge. Frühe Lese, kleine Beeren, hohe Konzentration.
2019ExzellentHitzewellen, aber ausreichend Wasserreserven. Das Ergebnis: reife Frucht mit erstaunlicher Frische und feiner Tanninstruktur.
2018ExzellentEnormer Mehltaudruck im Frühjahr, dann eine gewaltige Trockenheit. Wer die Reben durchbrachte, erntete extrem konzentrierte, alkoholreiche Weine von großer Kraft.
2017GutDer Aprilfrost traf tiefer gelegene Lagen hart und halbierte mancherorts die Ernte. Die verschonten Spitzenlagen lieferten frische, klassische Weine.
2016ExzellentExtrem nasses Frühjahr, dann eine Rekorddürre, und ein perfekter Herbst. Das Ergebnis: Reife und Frische zugleich, Tannine von seidiger Präzision.
2015ExzellentEin heißer, trockener Sommer mit rechtzeitigem Regen im August. Margaux und das rechte Ufer brillierten; im nördlichen Médoc störte Regen zur Lese.
2014Sehr gutEin durchwachsener Sommer, aber ein außergewöhnlicher „Indian Summer“ im September und Oktober rettete den Jahrgang.
2013SchwachVerrieselung, Hagel, Fäulnis zur Lese. Der schwächste Jahrgang seit den frühen Neunzigern.
2012GutSchwierige Bedingungen, spätreifende Cabernets. Das rechte Ufer schnitt deutlich besser ab.
2011SolideEin Jahr voller Extreme: Frühjahrsdürre, Hitzewelle im Juni, Regen im Sommer. Heterogen und ohne Tiefe.
2010ExzellentDer strengere Zwilling von 2009: dieselbe Reife, aber mehr Säure, mehr Tannin, mehr Struktur.
2009ExzellentEin sonnenverwöhntes Jahr ohne Extremwerte. Reife, üppige, samtige Weine mit hohem Alkohol, opulent und sofort verführerisch.
2008GutSpät, aber ein sonniger Oktober rettete die Lese. Klassisch, frisch, überraschend langlebig, lange unterschätzt.
2007SolideFeucht, hoher Krankheitsdruck. Leichte Weine für den frühen Genuss.
2006GutEin schwieriger September nach heißem Sommer. Solide Weine, die aber nie an 2005 heranreichten.
2005ExzellentEin Lehrbuchjahrgang: gleichmäßige Trockenheit ohne Stress, perfekte Reife, homogene Spitzenqualität über die gesamte Region.
2004GutNach der Extremhitze ein Rückkehr zur Normalität. Große Menge, klassische Struktur, moderate Konzentration.
2003Sehr gutDie Jahrhunderthitze war Fluch und Segen: Wo die Reben Wasser fanden, entstanden gewaltige Weine, anderswo blockierte die Reife.
2002GutEin kühles Jahr, gerettet durch einen sonnigen Oktober. Cabernet reifte gut aus, Merlot blieb schlank.
2001Sehr gutLange unterschätzt und im Schatten von 2000. Frischer und feiner strukturiert als der Vorjahrgang.
2000ExzellentDer Millenniumsjahrgang wurde seinem Ruf gerecht: Trockener Sommer, ideale Lesebedingungen, über beide Ufer hinweg konstant hohe Qualität.
Ältere Jahrgänge 1945 bis 1999 anzeigen
JahrgangQualitätKurz gesagt
1999GutHagel, Regen, Fäulnisdruck. Wer selektierte, machte gute Weine, aber der Jahrgang blieb heterogen.
1998Sehr gutEin Merlot-Jahrgang: Pomerol und Saint-Émilion brachten Herausragendes hervor, das Médoc litt unter Regen zur Cabernet-Lese.
1997SolideUngleichmäßige Blüte, feuchter Sommer. Weiche, frühreife Weine ohne Tiefe.
1996Sehr gutEin ausgeprägter Cabernet-Jahrgang: Das Médoc lieferte straffe, langlebige Weine, während der Merlot am rechten Ufer nicht voll ausreifte.
1995Sehr gutDie Wende nach vier schwachen Jahren. Trockener Sommer, gesunde Lese, klassisch strukturierte Weine mit Substanz.
1994SolideWieder Regen zur Lese. Harte Tannine über wenig Frucht, die Weine trockneten früh aus.
1993SolideEin guter Sommer, zerstört durch Dauerregen im September. Bestenfalls trinkbar.
1992SchwachDer nasseste Sommer seit Jahrzehnten. Verdünnte, kraftlose Weine.
1991SchwachDer Aprilfrost vernichtete bis zu 80 Prozent der Ernte. Was blieb, war unreif.
1990ExzellentNoch heißer als 1989, aber ausgewogener. Für viele der beste Jahrgang zwischen 1982 und 2000, vollreif, dicht und außergewöhnlich langlebig.
1989ExzellentFrühester Lesebeginn seit Jahrzehnten. Hitze und Trockenheit brachten reife, üppige Weine mit gewaltiger Substanz.
1988Sehr gutKlassisch, straff und tanninbetont. Der erste einer bemerkenswerten Trilogie.
1987SchwachRegen zur Lese verwässerte alles. Dünne, kurzlebige Weine.
1986Sehr gutEin Médoc-Jahrgang par excellence: enorme Tanninstruktur, hohe Konzentration, sehr langsame Reife.
1985Sehr gutEin charmanter, warmer Jahrgang. Weich, zugänglich, harmonisch, nie monumental, aber immer erfreulich.
1984SchwachVerrieselung beim Merlot, kalter Sommer. Das rechte Ufer fiel praktisch aus.
1983Sehr gutIm Schatten von 1982, aber eigenständig gut, besonders in Margaux. Klassischer und straffer als der Vorjahrgang.
1982ExzellentDer Jahrgang, der die moderne Weinkritik prägte. Außergewöhnliche Hitze, überreife Trauben, opulente Weine von enormer Fülle.
1981GutSolider Sommer, Regen kurz vor der Lese. Ordentliche, mittlerweile ausgetrunkene Weine.
1980SchwachKalt, spät, unreif. Ein Jahrgang ohne Anspruch.
1979GutGroße Menge, mittlere Konzentration. Verlässlich, aber selten aufregend.
1978Sehr gutDas „Wunderjahr“: Nach einem miserablen Sommer rettete ein außergewöhnlich sonniger Herbst die Ernte.
1977SchwachAprilfrost und ein kalter Sommer. Ein Ausfalljahr.
1976GutRekordhitze bis August, dann Regen zur Lese. Weiche, früh zugängliche Weine mit begrenztem Potenzial.
1975GutEin umstrittener Jahrgang. Trockenheit und Hitze erzeugten massive Tannine, die bei vielen Weinen nie weich wurden.
1974SchwachRegen zur Lese verdarb, was der Sommer angelegt hatte.
1973SchwachGroße Menge, keine Konzentration. Verdünnte Weine.
1972SchwachKühl und unreif. Grüne, harte Weine ohne Zukunft.
1971GutKleiner Ertrag nach Verrieselung. Ordentliche Weine, die aber schneller reiften als erhofft.
1970Sehr gutErstmals seit Langem wieder große Mengen in guter Qualität. Ausgewogene, verlässliche Weine mit ordentlichem Reifepotenzial.
1969SolideKleine Erträge, aber wenig Substanz. Die Weine wirkten früh müde.
1968SchwachVerregnet und unreif. Einer der schlechtesten Jahrgänge der Nachkriegszeit.
1967GutSolide Grundqualität, früh zugänglich. Sauternes lieferte in diesem Jahr Großes.
1966Sehr gutKlassisch im besten Sinne: straff, tanninbetont, langlebig. Ein Jahrgang für Puristen.
1965SchwachDauerregen und Fäulnis. Nichts zu retten.
1964Sehr gutEin gespaltener Jahrgang: Wer vor dem Regen Anfang Oktober las, machte großartige Weine. Das rechte Ufer war schneller, und deutlich besser.
1963SchwachKalt, nass, Fäulnisdruck. Ein Totalausfall.
1962Sehr gutZu Unrecht im Schatten von 1961. Elegant, fein und über Jahrzehnte hervorragend gereift.
1961ExzellentFür viele der größte Bordeaux-Jahrgang des 20. Jahrhunderts.
1960SolideVerregneter Spätsommer. Leichte Weine, die früh zu trinken waren.
1959ExzellentDer Jahrgang, der Bordeaux nach dem Krieg zurück auf die Weltbühne brachte. Hitze, Konzentration, gewaltiges Potenzial.
1958SolideEin unauffälliger Jahrgang mit leichten Weinen ohne Reifepotenzial.
1957SolideKühl, kleine Erträge, harte Tannine. Trinkbar, aber nie erfreulich.
1956SchwachDer Jahrhundertfrost im Februar zerstörte ganze Rebflächen. Die Folgen prägten die Region über Jahre.
1955Sehr gutGleichmäßig warme Bedingungen, gesunde Lese. Verlässliche, langlebige Weine ohne Ausreißer nach oben.
1954SchwachKühl und feucht. Unreife Trauben, dünne Weine.
1953Sehr gutEin Jahrgang von großem Charme. Duftig und harmonisch statt muskulös, Margaux war überragend.
1952GutEin guter Sommer, aber Regen zur Lese. Kräftige, etwas grobe Weine mit robusten Tanninen.
1951SchwachKalt und nass. Ein Jahrgang, den die Region gerne vergisst.
1950GutEin ergiebiger Jahrgang mit soliden Weinen. Pomerol schnitt deutlich besser ab als das Médoc.
1949ExzellentDer dritte große Jahrgang des Jahrzehnts. Warm, aber ausgewogener als 1947, Eleganz und Kraft in seltener Balance.
1948GutIm Schatten seiner berühmten Nachbarjahrgänge unterschätzt. Klassisch strukturiert, aber nie ganz auf Augenhöhe.
1947ExzellentExtreme Hitze in der Reifephase brachte üppige, fast überreife Weine mit hohem Alkohol. Das rechte Ufer lieferte Legendäres.
1946SchwachEin Nachkriegsjahr ohne Substanz. Die Weine sind längst vergangen.
1945ExzellentEin Mythos. Spätfrost im Mai und ein glühender Sommer ließen winzige Mengen extrem konzentrierter Weine entstehen.

Bordeaux Weißwein (trocken)

Herausragende Jahrgänge seit 1980: 1996, 2005, 2010.

JahrgangQualitätKurz gesagt
2025GutFür die trockenen Weißweine war die anhaltende Hitze fordernder als für die Rotweine. Die Spätsommer-Abkühlung half beim Säureerhalt, doch 2025 ist hier ein solider, kein herausragender Weißweinjahrgang.
2024GutEin nasses, kraftraubendes Jahr. Die Weißen sind schlank und frisch, aber ohne Tiefe.
2023Sehr gutSchwieriger Sommer mit Mehltaudruck, aber die Weißen wurden vor dem Regen gelesen. Frisch und präzise.
2022GutExtremhitze und Dürre. Die Weißen gerieten reif und breit; die Säure fehlte.
2021Sehr gutEin kühles, schwieriges Jahr, für die Roten eine Prüfung, für die Weißen ein Gewinn. Frisch, straff, klassisch.
2020Sehr gutTrocken und fruh. Konzentriert, aromatisch, mit überraschend guter Säure.
2019Sehr gutHitze mit kühlen Nächten. Reife, aber balancierte Weißweine.
2018GutMehltaudruck, dann große Hitze. Die Weißen gerieten reif und füllig, aber säurearm.
2017Sehr gutDer Aprilfrost traf ungleich; wo die Reben verschont blieben, entstanden frische, klar gezeichnete Weißweine.
2016Sehr gutNach nassem Frühjahr ein makelloser Sommer. Klare, gut gebaute Weißweine.
2015Sehr gutHeiß und trocken, aber die Weißen behielten Struktur. Füllig mit ausreichend Säure.
2014Sehr gutEin herrlicher Spätherbst nach durchwachsenem Sommer. Die Weißen gerieten aromatisch und präzise.
2013GutFür die Roten eine Katastrophe. Die Weißen retteten den Jahrgang: früh gelesen, frisch, respektabel.
2012GutSchwieriges Jahr mit Fäulnisdruck. Die Weißen kamen glimpflicher davon als die Roten.
2011GutFrühes, unruhiges Jahr. Die Weißen sind ordentlich, aber ohne große Spannung.
2010ExzellentDie Kombination aus Reife und Säure, die Weißwein braucht. Dichte, straffe, sehr langlebige Weine.
2009Sehr gutSehr warm. Reife, opulente Weißweine, die besten Erzeuger hielten die Balance.
2008GutEin später, kühler Jahrgang. Die Weißen gerieten schlank und säurebetont.
2007Sehr gutDas Musterbeispiel der Divergenz: für die Roten ein schwieriges, feuchtes Jahr, für die Weißen ein sehr gutes.
2006Sehr gutWechselhaft, aber die Weißen profitierten von kühlen Nächten im August. Präzise Aromatik.
2005ExzellentEin Jahrhundertjahrgang auch für Weiß: perfekte Reife bei erhaltener Säure. Dichte, mineralische, extrem langlebige Weine.
2004Sehr gutKühl und gleichmäßig. Klassische, frische, langlebige Weißweine.
2003SolideDie Jahrhunderthitze war für Weißwein ein Problem: Die Säure kollabierte, die Weine wirkten breit und alterten schnell.
2002Sehr gutFür die Roten ein mittleres Jahr, für die Weißen ein sehr gutes. Kühle Bedingungen bewahrten Säure und Aromatik.
2001Sehr gutEin exzellenter Weißweinjahrgang: kühler als 2000, dafür präziser und aromatisch definierter.
2000Sehr gutDer gefeierte Rotweinjahrgang brachte auch reife, dichte Weißweine hervor, wenn auch ohne die Spannung von 1996.
Ältere Jahrgänge 1945 bis 1999 anzeigen
JahrgangQualitätKurz gesagt
1999GutRegen zur Lese, aber die Weißen blieben ordentlich. Mittleres Niveau, fruh trinkreif.
1998Sehr gutEin guter Weißweinjahrgang mit Substanz und klarer Aromatik.
1997GutChaotisches Wetter, frühe Reife. Die Weißen gerieten weich und früh zugänglich.
1996ExzellentDer große Weißweinjahrgang der 90er: kühle Nächte, präzise Reife, brillante Säure. Die Pessac-Leognan blancs altern hier über Jahrzehnte.
1995Sehr gutTrockener Sommer, guter Herbst. Konzentrierte, gut strukturierte Weißweine.
1994GutWieder Regen zur Rotweinlese, wieder profitierten die Weißen von der früheren Ernte.
1993GutEin nasser September ruinierte die Roten. Die früher gelesenen Weißen kamen glimpflich davon, frisch und lebendig.
1992SolideRegen ohne Ende. Verwässerte Weine.
1991SchwachAprilfrost vernichtete den Großteil der Ernte. Was blieb, war dünn.
1990Sehr gutErneut Hitze, erneut Fülle. Reife, generöse Weißweine mit überraschender Haltbarkeit.
1989Sehr gutSehr heiß und fruh. Opulente Weißweine, denen die besten Erzeuger Frische bewahrten.
1988Sehr gutKlassisch, präzise, säurebetont. Ein Weißweinjahrgang mit Statur.
1987GutFür die Roten ein Regenjahrgang, für die Weißen deutlich besser. Die frühere Lese entging dem Herbstregen; frische, klare Weine.
1986Sehr gutEin strukturierter Jahrgang. Die Weißen gerieten straff und langlebig.
1985Sehr gutTrocken und warm. Aromatisch offene, harmonische Weißweine.
1984SolideMerlot-Fehlblüte traf vor allem die Roten; die Weißen blieben unauffällig.
1983Sehr gutEin warmer Sommer mit klassischem Herbst. Die Weißen zeigten Fülle bei erhaltener Frische.
1982GutDer Jahrhundertjahrgang der Roten war für die Weißen zu heiß: reife, füllige, aber säurearme Weine, die früh ihren Höhepunkt erreichten.
1981GutAusgewogen, wenn auch ohne Tiefe. Verlässliche Weißweine mittlerer Statur.
1980SolideKühl und spät. Die Weine blieben schlank.
1979GutGroße Ernte in ordentlicher Qualität. Frisch und zugänglich.
1978Sehr gutDer „Miracle Vintage“: ein katastrophaler Sommer, gerettet durch einen fantastischen Herbst.
1977SchwachFrost im Frühjahr, kühler Sommer. Ein schwieriges Jahr ohne Ergebnis.
1976GutExtreme Hitze, dann Regen. Reife, aber säurearme Weißweine, die früh reiften.
1975GutHeiß und trocken. Die Weißen gerieten kraftvoll, teils auf Kosten der Eleganz.
1974SolideRegen zur Lese. Wenig Freude.
1973SolideGroße Ernte, verdünnt. Leichte Weine für den frühen Konsum.
1972SchwachKühl und unreif. Grüne, harte Weine.
1971GutKleine Ernte, konzentrierte Weine. Solide, aber ohne die Klasse von 1970.
1970Sehr gutGroße Menge in guter Qualität, eine seltene Kombination. Ausgewogene, verlässliche Weißweine.
1969SolideDünn und säuerlich. Ohne Substanz.
1968SchwachDauerregen im September. Ein verlorener Jahrgang.
1967GutFür die Roten ein mittelmäßiges Jahr, für die Weißen deutlich besser, die Botrytis, die Sauternes zum Triumph verhalf, ließ die trockenen Weißen unbeschadet.
1966Sehr gutEin klassischer Jahrgang mit straffer Struktur. Die Graves-Weißen zeigten mineralische Präzision.
1965SchwachKalt, nass, faul. Nichts zu retten.
1964GutWer vor dem Oktoberregen las, machte gute Weine. Wer wartete, verlor.
1963SchwachFäulnis und Regen. Ein Ausfalljahr.
1962Sehr gutKlassisch und elegant, oft unterschätzt. Die Weißen hielten ihre Frische über Jahrzehnte.
1961Sehr gutDer legendäre Rotweinjahrgang brachte auch dichte, konzentrierte Weiße hervor, winzige Erträge nach Blütefrost.
1960SolideRegen zur Lese verdünnte die Ernte. Leichte Weine ohne Ambition.
1959Sehr gutHitze und Trockenheit. Die Weißweine gerieten reif und füllig, den besten fehlte es nicht an Säure.
1958SolideNasser Sommer, magere Weine. Schnell verblasst.
1957SolideKleine Ernte nach Frostschäden, harte Säure. Die Weine blieben streng.
1956SchwachDer Jahrhundertfrost im Februar zerstörte die Reben. Was überlebte, war unbedeutend.
1955Sehr gutWarm und gleichmäßig. Ein verlässlicher Jahrgang, der lange auf hohem Niveau hielt.
1954SolideVerregneter Herbst. Dünne Weine ohne Substanz.
1953Sehr gutCharmant und ausgewogen. Die Weißen zeigten feine Aromatik bei präsenter Säure.
1952GutEin guter Sommer, aber wechselhafte Lese. Die Weißweine gerieten strukturiert, wenn auch etwas kantig.
1951SchwachKalt und nass. Die Trauben reiften nicht aus, die Weine blieben dünn und grün.
1950GutGroße Menge, gute Qualität. Zugänglich und freundlich, ohne Tiefgang.
1949Sehr gutEin großer klassischer Jahrgang mit idealer Balance aus Reife und Säure. Die Graves-Weißen alterten hervorragend.
1948GutSolide, klassisch gebaut, im Schatten der Nachbarjahrgänge. Ordentliche Säure, keine Sensation.
1947Sehr gutHeißer Spätsommer. Die Weißweine gerieten opulent, teils auf Kosten der Frische, die besten hielten dennoch jahrzehntelang.
1946SolideEin Zwischenjahr ohne Profil. Die Weine waren fruh zu trinken und sind längst Geschichte.
1945Sehr gutWinzige Ernte nach Aprilfrost, dafür hochkonzentriert. Die wenigen überlebenden Weißweine waren dicht und langlebig.

Bordeaux Edelsüß (Sauternes und Barsac)

Herausragende Jahrgänge seit 1980: 1983, 1988, 1989, 1990, 1997, 2001, 2007.

JahrgangQualitätKurz gesagt
2025Sehr gutFast perfekter Botrytis-Zyklus aus Nebel und Sonne im Herbst. Reiche, konzentrierte Sauternes und Barsac mit Quitte, Aprikose und Honig, getragen von guter Säure, zwischen der Konzentration von 2023 und der Harmonie von 2015.
2024SolideEin nasses, schwieriges Jahr mit Graufäuledruck. Kleine Erträge, uneinheitliche Qualität.
2023Sehr gutEin feuchter September brachte reichlich Edelfäule. Konzentrierte, aromatische Weine.
2022GutExtremhitze und Dürre, kaum Botrytis. Die Weine sind reif und süß, aber flach.
2021Sehr gutDas kühle, feuchte Jahr, das die Roten quälte, brachte Sauternes ideale Botrytisbedingungen.
2020GutTrocken und fruh, wenig Edelfäule. Solide, aber unspektakulär.
2019Sehr gutEin guter Botrytisherbst. Konzentrierte, gut balancierte Weine.
2018GutMehltau und Hitze. Die Botrytis kam spät; die Weine sind reif, aber ohne Spannung.
2017Sehr gutDer Frost traf ungleich, aber wo geerntet wurde, entstand feine Botrytis. Präzise, säurebetonte Weine.
2016GutDer trockene Herbst, der die Roten groß machte, ließ Sauternes wenig Botrytis. Ordentlich, nicht mehr.
2015Sehr gutEin warmer, trockener Herbst begrenzte die Botrytis, aber die besten Güter arbeiteten selektiv.
2014Sehr gutEin herrlicher Spätherbst brachte saubere Edelfäule. Elegante, präzise Weine.
2013Sehr gutFür die Roten eine Katastrophe, für Sauternes ein guter Jahrgang. Die Botrytis kam präzise und schnell; die Weine sind konzentriert und frisch.
2012SolideRegen und Graufäule. Kleine Erträge, blasse Weine.
2011Sehr gutEin exzellenter Botrytisherbst nach seltsamem Jahr. Reiche, komplexe Weine, der beste Sauternes-Jahrgang zwischen 2007 und 2015.
2010Sehr gutPräziser und straffer als 2009. Sehr gute Balance aus Botrytis und Säure.
2009Sehr gutWarm und reif. Opulente, alkoholreiche Weine mit guter Konzentration.
2008GutSpäter, kühler Jahrgang. Die Botrytis kam spät und ungleichmäßig.
2007ExzellentWieder eine Umkehrung: Für die Roten ein schwaches Jahr, für Sauternes ein herausragendes.
2006Sehr gutEin guter Botrytisherbst nach schwierigem Sommer. Reiche, gut strukturierte Sauternes.
2005Sehr gutSehr gut, aber nicht überragend: Der trockene Herbst begrenzte die Botrytis. Präzise, klassische Weine.
2004GutGroße Menge, moderate Konzentration. Ordentlich, ohne Größe.
2003Sehr gutDie Jahrhunderthitze ruinierte die trockenen Weißen, aber Sauternes profitierte von der Konzentration.
2002Sehr gutEin später, langsamer Herbst mit guter Edelfäule. Elegante, klar gezeichnete Weine.
2001ExzellentDer große Sauternes-Jahrgang der Moderne. Perfekte, schnelle Botrytis, ideale Säure, enorme Konzentration.
2000SchwachDie deutlichste Divergenz überhaupt: für die Roten ein gefeierter Jahrhundertjahrgang, für Sauternes eine Katastrophe.
Ältere Jahrgänge 1945 bis 1999 anzeigen
JahrgangQualitätKurz gesagt
1999Sehr gutEin guter, oft übersehener Jahrgang mit sauberer Edelfäule und feiner Balance.
1998GutWechselhafter Herbst. Die Botrytis kam ungleichmäßig; die Weine sind solide, aber uneinheitlich.
1997ExzellentEin langer, warmer Herbst mit idealer Botrytis. Reiche, komplexe Weine, deutlich besser als die Roten desselben Jahres.
1996Sehr gutKlassisch, säurebetont, präzise. Ein Sauternes-Jahrgang für Puristen.
1995Sehr gutDie Rückkehr zu Qualität nach vier schwachen Jahren. Saubere Edelfäule, gute Balance.
1994SolideEtwas Botrytis, aber ohne Konzentration. Blasse Weine.
1993SchwachErneut Regen zur entscheidenden Zeit. Ein weiteres verlorenes Jahr.
1992SchwachRegen, Graufäule. Ein Ausfalljahr.
1991SchwachDer Aprilfrost vernichtete fast alles. Viele Güter produzierten keinen Wein.
1990ExzellentDer dritte im Bunde und für viele der beste: die Balance von 1988 mit der Fülle von 1989. Ein Jahrhundertjahrgang.
1989ExzellentDer opulenteste der Trilogie: reif, reich, üppig. Enorme Konzentration bei hohem Alkohol.
1988ExzellentDer Auftakt zur legendären Trilogie 88/89/90. Perfekte Botrytis, hohe Säure, klassische Statur, der präziseste der drei.
1987SchwachRegen zur Lese, Graufäule statt Edelfäule.
1986Sehr gutReichlich Botrytis im Oktober. Kraftvolle, strukturierte Weine mit guter Säure.
1985GutTrockener Herbst, gut für Rot, mager für Sauternes. Die Weine blieben leicht.
1984SchwachKühl und nass. Kaum verwertbare Botrytis.
1983ExzellentEin großer Sauternes-Jahrgang, warm, feucht, perfekte Edelfäule. Konzentriert und langlebig, deutlich über dem Rotweinniveau des Jahres.
1982SolideDer Jahrhundertjahrgang der Roten war für Sauternes eine Enttäuschung: zu heiß und zu trocken, die Botrytis blieb aus.
1981GutRegen im Oktober bremste die Konzentration. Ordentlich, ohne Ambition.
1980GutEin später Herbst brachte brauchbare Botrytis. Solide, elegante Weine.
1979GutOrdentliche Edelfäule, ausgewogene Weine mittlerer Statur.
1978SolideDer schöne Herbst rettete die Roten, aber er war zu trocken für Botrytis. Sauternes blieb blass.
1977SchwachFrühjahrsfrost, kühler Sommer. Yquem deklassierte erneut.
1976Sehr gutGroße Hitze, dann Feuchtigkeit, ideale Botrytisbedingungen. Reiche, opulente Weine.
1975Sehr gutEin kraftvoller, strukturierter Jahrgang. Die Weine brauchten lange, halten aber ewig.
1974SchwachRegen zur Lese. Yquem deklassierte.
1973SolideGroße Ernte, verdünnte Weine ohne Konzentration.
1972SchwachKühl und unreif. Keine Edelfäule.
1971Sehr gutEin sehr guter Botrytisjahrgang, konzentrierter als 1970, wenn auch in kleinerer Menge.
1970Sehr gutGroße Menge in guter Qualität. Reiche, verlässliche Sauternes.
1969SolideDünne Botrytis, magere Weine.
1968SchwachRegen ohne Unterlass. Yquem deklassierte den gesamten Jahrgang.
1967ExzellentDer berühmteste Fall der Divergenz: für die Roten nur durchschnittlich, für Sauternes ein Jahrhundertjahrgang.
1966Sehr gutEin solider, klassisch gebauter Jahrgang mit sauberer Edelfäule.
1965SchwachKalt, nass, faul. Yquem produzierte keinen Wein.
1964SchwachDer Oktoberregen kam, bevor die Botrytis arbeiten konnte. Ein verlorener Jahrgang.
1963SchwachDauerregen, Graufäule. Viele Güter deklassierten komplett.
1962ExzellentDer bessere Sauternes-Jahrgang der frühen 60er, oft unterschätzt. Perfekte Edelfäule, ideale Balance, große Haltbarkeit.
1961Sehr gutIm Schatten des legendären Rotweinjahrgangs. Die Sauternes waren sehr gut, aber nicht auf dem Niveau von 1959 oder 1962.
1960SolideRegen verhinderte konzentrierte Botrytis. Leichte, kurzlebige Weine.
1959ExzellentHitze und ein makelloser Herbst. Ein großer Sauternes-Jahrgang, reich, konzentriert, langlebig.
1958SolideNass und faul. Wenig Erfreuliches.
1957SolideKleine Ernte nach den Frostschäden, wenig Edelfäule. Harte, unbefriedigende Weine.
1956SchwachDer Februarfrost vernichtete die Weinberge von Sauternes. Manche Güter erholten sich erst nach Jahren.
1955Sehr gutEin verlässlicher Jahrgang mit sauberer Botrytis und guter Balance.
1954SchwachVerregneter Herbst. Graufäule statt Botrytis.
1953Sehr gutElegante, feingliedrige Sauternes mit guter Edelfäule. Charmant statt monumental.
1952GutTrockener Herbst, gut für die Gesundheit der Trauben, schlecht für die Botrytis. Die Weine blieben schlank.
1951SchwachKalt und nass. Keine Edelfäule, nur Graufäule.
1950Sehr gutEin guter Botrytisjahrgang mit reichen, wenn auch nicht ganz erstklassigen Weinen.
1949ExzellentIdealer Herbst: Nebel am Morgen, Sonne am Nachmittag. Reiche, perfekt balancierte Weine von großer Langlebigkeit.
1948GutOrdentliche Edelfäule, aber ohne die Konzentration der Nachbarjahrgänge.
1947ExzellentEin legendäres Botrytisjahr. Extrem konzentrierte, unsterbliche Weine, Climens und Yquem gehören zum Größten, was Sauternes hervorbrachte.
1946SolideKaum Edelfäule. Die Weine blieben schlicht süß statt komplex.
1945ExzellentWinzige Erträge, perfekte Botrytis. Einer der großen Sauternes-Jahrgänge des Jahrhunderts, die Spitzenweine leben bis heute.

So liest du die Tabelle

Die Qualitätsstufen reichen von Schwach über Solide, Gut und Sehr gut bis Exzellent. Sie beschreiben den Jahrgang als Ganzes in der Region. Einzelne Erzeuger und Lagen können deutlich darüber oder darunter liegen, und auch die Lagerung entscheidet mit. Die Bewertungen sind eine Orientierung, keine Garantie.

Welche Bordeaux-Flasche ist jetzt trinkreif? Bits & Bottle zeigt dir zu jedem Jahrgang das Trinkfenster mit Höhepunkt, die besseren Jahrgänge desselben Weins und erkennt deinen Wein per Etikett oder Sprache.

Stand: Oktober 2026. Hinweise auf Fehler gern an hallo@bitsandbottle.com.