Wie verändert der Klimawandel den Wein?

Wie verändert der Klimawandel den Wein?

Der Klimawandel ist im Weinglas längst angekommen und verändert den Wein auf vielfältige Weise. Weil die Rebe sehr empfindlich auf Temperatur und Wetter reagiert, gehört der Weinbau zu den Bereichen der Landwirtschaft, in denen sich die Erderwärmung besonders früh und deutlich bemerkbar macht.

Die spürbarste Folge ist ein Anstieg des Alkoholgehalts. Höhere Temperaturen lassen die Trauben mehr Zucker bilden, der bei der Gärung in Alkohol umgewandelt wird, weshalb viele Weine heute kräftiger und alkoholreicher ausfallen als noch vor einigen Jahrzehnten. Zugleich verschiebt sich die Lese immer weiter nach vorn, da die Trauben früher reif werden. Das kann zu Lasten der Säure und der Frische gehen, die einem Wein seine Lebendigkeit verleihen. In manchen traditionsreichen Regionen wird es zunehmend schwierig, den einst typischen, eleganten Stil zu bewahren.

Zugleich eröffnet die Erwärmung neue Möglichkeiten. Kühlere Regionen, die früher als zu marginal galten, bringen heute hervorragende Weine hervor, und der Weinbau dehnt sich in nördlichere Breiten und höhere Lagen aus. Winzer reagieren mit angepassten Methoden, etwa einer früheren oder späteren Lese, dem Anpflanzen hitzeverträglicher Rebsorten oder der Bewirtschaftung höher gelegener, kühlerer Parzellen. Der Klimawandel zwingt den Weinbau damit zu einem tiefgreifenden Wandel, dessen Folgen sich in jedem Glas verfolgen lassen.

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