Alkoholfreier Wein: Wie gut ist er inzwischen?
Alkoholfreier Wein hat sich von einem belächelten Nischenprodukt zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente des Weinmarktes entwickelt. Getrieben von einem wachsenden Gesundheitsbewusstsein und dem Wunsch nach bewusstem Genuss ist die Qualität in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, auch wenn sie noch nicht überall überzeugt.
Alkoholfreier Wein beginnt sein Leben als ganz normaler Wein. Erst nach der Gärung wird ihm der Alkohol wieder entzogen, meist durch schonende Verfahren wie die Vakuumdestillation, bei der der Alkohol schon bei niedrigen Temperaturen verdampft, oder durch spezielle Filtertechniken. Die Herausforderung liegt darin, dass der Alkohol ein wichtiger Geschmacksträger ist und dem Wein Körper und Fülle verleiht. Wird er entfernt, verliert der Wein leicht an Substanz und wirkt dünn. Die besten Erzeuger begegnen dem mit sorgfältiger Auswahl der Grundweine und geschickter Aromatik.
Am weitesten ist die Entwicklung bei Schaumweinen und aromatischen Weißweinen, deren Frische und Perlage den fehlenden Alkohol gut überspielen. Bei kräftigen Rotweinen, die stark von Alkohol und Tannin leben, bleibt die Nachbildung dagegen schwieriger. Wer alkoholfreien Wein probiert, sollte ihn nicht als exakte Kopie erwarten, sondern als eigenständiges Getränk. Für alle, die auf Alkohol verzichten möchten, ohne auf das Ritual eines guten Glases zu verzichten, ist die heutige Auswahl so gut wie nie zuvor.
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