Welche Weine soll man nicht lange lagern?

Welche Weine soll man nicht lange lagern?

So verlockend die Vorstellung ist, jede Flasche würde mit den Jahren besser, so falsch ist sie. Der weitaus größte Teil aller Weine erreicht seinen Höhepunkt in den ersten Jahren nach der Füllung und verliert danach an Reiz. Wer solche Weine zu lange liegen lässt, verschenkt Genuss, statt ihn zu mehren.

Zu den Weinen für den frühen Genuss zählen die meisten leichten, frischen Weißweine, deren Charme in ihrer Lebendigkeit und Frucht liegt. Ein junger Sauvignon Blanc, ein Vinho Verde oder ein Grüner Veltliner der Einstiegsklasse schmecken jung am besten und verlieren mit den Jahren genau die Frische, die sie ausmacht. Ähnliches gilt für Roséweine, die fast ausnahmslos jung getrunken werden wollen, und für leichte, fruchtbetonte Rotweine wie einen einfachen Beaujolais. Auch die meisten günstigen Alltagsweine, ob rot oder weiß, sind auf sofortigen Genuss ausgelegt und besitzen weder das Tannin noch die Säure noch die Konzentration, um von Lagerung zu profitieren.

Eine einfache Faustregel hilft im Zweifel. Weine, die von ihrer Frucht und Frische leben, sollten jung getrunken werden, während Weine mit kräftiger Struktur und Tiefe Geduld belohnen. Wer unsicher ist, trinkt einen Wein lieber ein Jahr zu früh als ein Jahr zu spät, denn ein Wein auf dem aufsteigenden Ast ist immer ein besseres Erlebnis als einer, der seinen Höhepunkt bereits überschritten hat.

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