Welche Jahrgänge gelten als Jahrhundertjahrgänge?

Welche Jahrgänge gelten als Jahrhundertjahrgänge?

Der Begriff Jahrhundertjahrgang fällt immer wieder, wenn von großen Weinen die Rede ist, doch er ist weniger eindeutig, als er klingt. Gemeint ist ein Jahr, in dem die Witterung nahezu ideale Bedingungen schuf und Weine von außergewöhnlicher Qualität und Langlebigkeit hervorbrachte. Solche Jahrgänge sind selten und genießen unter Sammlern besonderes Ansehen.

Entscheidend für einen herausragenden Jahrgang ist der Verlauf des Weinjahres. Ein milder Austrieb ohne Spätfröste, ein warmer, aber nicht zu heißer Sommer, etwas Feuchtigkeit zur rechten Zeit und ein trockener, sonniger Herbst zur Lese ergeben im Idealfall gesunde, vollreife Trauben mit perfekter Balance aus Zucker, Säure und Aromen. Weil das Wetter regional verschieden ist, gibt es keinen weltweit gültigen Jahrhundertjahrgang. Ein grandioses Jahr an der Mosel kann in Bordeaux durchschnittlich ausfallen und umgekehrt.

Am besten dokumentiert ist die Reihe großer Bordeaux-Jahrgänge, die als Maßstab dient. Als herausragend gelten dort 1945, 1947 und 1949, ferner 1959 und 1961, der legendäre 1982er, dazu 1989 und 1990, der 2000er, 2005, das Duo 2009 und 2010, der 2016er sowie zuletzt 2019 und 2022. Ähnliche Ausnahmejahre kennt man aus dem Burgund, dem Piemont und der Champagne. Für den Sammler sind solche Jahrgänge interessant, weil sie höchste Qualität mit langer Reifefähigkeit und stabiler Nachfrage verbinden. Zugleich gilt, dass auch in weniger gefeierten Jahren hervorragende Weine entstehen und der Ruf eines Jahrgangs nie den Blick auf den einzelnen Wein ersetzt.

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